Karel Brückner im Porträt
Taktiker Karel Brückner tüftelt an der Lösung des Problems: Wie führe ich Österreichs Nationalteam zur Weltmeisterschaft in Südafrika?

Foto © GEPAKarel Brückner tüftelt an einer Taktik
Am Freitag wurde die Vertragsverlängerung von Raiffeisen als ÖFB-Sponsor verlautbart, und während der Ausführungen der zuständigen Herren saß der Teamchef, sein weißes Haupt permanent nach unten gebeugt, nebenan auf dem Podium und machte sich eifrig Notizen. Es ist davon auszugehen, dass es sich nicht um eine Mitschrift des Vorgetragenen handelte, sondern wohl eher um eine Partitur des Klassikliebhabers zum WM-Qualifikationsspiel. Seit Karel Brückner das Zepter bei der Nationalmannschaft schwingt, kreisen seine Gedanken nur noch um eines: Wie kann ich das Team weiterbringen?
Nulldiät. Seine Leidenschaften abseits des Fußballs musste der Tscheche bis auf weiteres auf Nulldiät stellen. Für Mozart & Co. bleibt "keine Zeit mehr", denn nach einer subjektiven Einschätzung hat Brückner zuletzt "200 Stunden" mit Studien über seine Mannschaft und die des heutigen Gegners Frankreich zugebracht. Schließlich musste und muss er die eigenen neuen Leute erst kennen lernen, wie er selbst erklärt. Und relativ Unbekannten die taktischen Überlegungen näherzubringen, geht auch ein bisschen an die Substanz des 68-Jährigen.
Gruppenfavoriten. Das Ziel heißt WM-Qualifikation, und einen Anhaltspunkt, wohin die Reise tatsächlich gehen kann, werden die 47.000 im Happel-Stadion und die TV-Zuseher schon am Freitag sehen, denn für Brückner gibt es einen klaren Gruppenfavoriten - Frankreich.
Taktik. Weil die Österreicher spielerisch nicht auf der gleichen Ebene wie die Franzosen agieren können, wird einiges vom Erfolg der Brückner'schen Taktik abhängen. In den vergangenen beiden Tagen bekamen die Spieler den Gegner zur Ansicht, heute werden sie vom Teamchef in den Details unterrichtet. Brückner, dessen Deutschkenntnisse sich schon etwas verbessert haben, braucht aufmerksame Zuhörer.





