Flankenkönig Herzog fordert lautere Töne
Andreas Herzog über seine Assistenten-Rolle und warum er an Brückners System glaubt.

Foto © APAAndreas Herzog
Der Chef stand in der Mitte, der eine Assistent ihm zur Seite, während der zweite schwitzte. Der nämlich flankte unentwegt in den Strafraum, wo Janko, Maierhofer & Co. die Bälle zu versenken versuchten. Und die Kiebitze am Spielfeldrand unkten sogleich, dass Herzog halt nach wie vor der mit dem besten linken Pratzerl im gesamten Team wäre.
Degradiert?
Herr Herzog, dürfen Sie nicht mitreden mit Karel Brückner und Jan Kocian? Sind Sie gar zum Flanken-August degradiert? Da lächelt Herzog. "Keineswegs. So ist einfach unsere Rollenverteilung. Jan hält sich vor allem auch deshalb in der Nähe von Brückner auf, weil er immer wieder Befehle für ihn übersetzen muss."
"Totaler Unsinn".
Alles, was es zu besprechen gäbe, Taktisches wie Personelles, würde selbstverständlich unter sechs Augen passieren. Ergo wäre der Eindruck, Rekordteamspieler Herzog könnte Gefahr laufen, zu einem geduldeten Beiwagerl zu verkommen, "totater Unsinn. Eine meiner Hauptaufgaben ist es außerdem, zwischen den einzelnen Lehrgängen unterwegs zu sein und die Spieler zu beobachten".
Neues System.
Hat sich Herzog also mit seiner neuen Rolle durchaus angefreundet, so kann er auch dem neuen Spielsystem allerlei abgewinnen. "Nicht wie unter Hickersberger Pressing zu spielen, sondern tief hinten drin zu stehen, einen Riegel zu bauen und bei Ball-eroberung ganz schnell umzuschalten und auf Konter zu spielen, kann absolut funktionieren. Ich bin überzeugt, die Burschen haben dafür die nötige Qualität."
Lautere Tüne.
Indes fordert Herzog ab sofort auch lautere Töne. "Die Spieler müssen einander öfter klar die Meinung sagen. Während der Spiele und auch im Training. Und beleidigt darf da keiner sein, wir sind ja nicht im Kindergarten."
















