Ermittlungen über Verstrickungen zwischen Camorra und Clubs
In Italien weiten sich die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft von Neapel über mögliche Verstrickungen zwischen Camorra und Fußball aus.
Über 200 Matchs der letzten Saison sind ins Visier der Ermittler geraten. Die Ermittler vermuten, dass ein Wettring mit Verbindungen zur Camorra mehrere Matchs manipuliert haben könnte. Die Camorra könnte auch Geld aus kriminellen Aktivitäten mit Investitionen in legale Wettanbieter gewaschen haben, vermuten die Staatsanwälte.
Der italienische Fußballverband (FIGC), der mit der Aufarbeitung des neuen Wett- und Manipulationsskandals begonnen hat, setzt mehrere Clubs unter Druck. FIGC-Chefankläger Stefano Palazzi will in den kommenden Tagen mehrere Vereinsmanager vernehmen und hat mit dem Clubchef des Erstligisten Chievo Verona, Luca Campedelli, begonnen. Eineinhalb Stunden lang wurde Campedelli befragt. In den Sog der Ermittlungen ist das Match SSC Neapel gegen Chievo (3:0) im Mai 2009 geraten. Die Ermittler vermuten Absprachen in Zusammenhang mit diesem Match.
Insgesamt will Palazzi 21 Personen vernehmen. Zu ihnen zählt auch der Kapitän des Serie-A-Aufsteigers Atalanta Bergamo, Cristiano Doni. Am Donnerstag wird Palazzi auch den ehemaligen Nationalstürmer Giuseppe Signori befragen, der als Drahtzieher eines illegalen Wettrings gilt und zwei Wochen lang unter Hausarrest gestanden ist. Der 43-Jährige bestreitet allerdings vehement seine Verwicklung in die Affäre.


















