Casinos-Vorstand für "drakonische Strafen"
Der Vorstand der Casinos Austria AG, Dietmar Hoscher, hat sich für "drakonische Strafen" bei Manipulationen von Sportwetten ausgesprochen: "Wir müssen denen, die manipulieren wollen, die Dinge erschweren."

Foto © APADietmar Hoscher, Casinos Austria
Im Rahmen einer Veranstaltung des EU-Parlaments am Dienstag in Brüssel zum Thema "Integrität im Sport - Antworten auf das Problem von Wettmanipulationen" sagte Hoscher gegenüber der APA, "da kann man nicht mit Geldstrafen davon kommen". Gleichzeitig betonte er, dass die Wettmanipulationen nur einen "Bruchteil einer Promille" an allen Wetten ausmachten.
Um trotzdem der vor allem durch das Internet gestiegenen Möglichkeit des Wettbetruges entgegen treten zu können, tritt Hoscher neben der Möglichkeit eines eigenen Straftatbestands auch für einen Selbstregulierungsmechanismus der beteiligten Unternehmen ein. Dabei will sich Hoscher, der auch für den Sportwettenanbieter tipp3 zuständig ist, dafür einsetzen, dass Live-Wetten - "wer kriegt in dem Fußballspiel die nächste gelbe Karte" - nicht mehr möglich sein sollen. Wenn ein derartiger Selbstverhaltenskodex nicht greife, kann sich der Casinos Austria-Vorstand auch legistische Maßnahmen vorstellen, um hier ein Verbot zu erreichen.
Kein Bagatelldelikt
"Wir müssen denen, die manipulieren wollen, die Dinge erschweren. Verhindern wird man das nie können". Aber "der Wettbetrug muss sanktioniert werden, das darf kein Bagatelldelikt sein".
Wesentlich sei dabei auch eine Vernetzung der Informationen und der Wille der betroffenen Unternehmen, dies auch zu tun. Dazu zählen UEFA, FIFA, nationale Verbände und Buchmacher sowie Wettbüros. Letztere nahm Hoscher in Schutz. "Die Wettbüros sind ja die eigentlich Geschädigten. Die müssen auszahlen". Auch mit Asien sollten Vereinbarungen gesucht werden. Die dortigen Stellen stünden dem positiv gegenüber.
Dass es umsatzmäßig eine Steigerung von derzeit 76 Milliarden Euro in den nächsten fünf Jahren um das Doppelte bei Internet-Wetten geben wird, bezweifelt Hoscher. "Die großen Steigerungsraten im Internet sind vorbei". Jedenfalls seien Sportwetten von allen Wetten die "am besten überwachten".















