Wettskandal weitet sich europaweit aus
Der internationale Wett- und Manipulationsskandal im Fußball nimmt noch größere Dimensionen an. Die SA Bochum ermittelt nun gegen mehr als 250 verdächtige Personen, mit ersten Anklageerhebungen sei bald zu rechnen.

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Betroffen seien etwa 270 Spiele im In- und Ausland. Das teilte die Strafverfolgungsbehörde am Mittwoch mit. Bekanntlich sind auch Spiele in Österreichs erster und zweiter Liga betroffen, am Mittwoch war von 12 Spielen anstelle der bisher elf genannten die Rede.
Noch im November 2009 waren die Bochumer Ermittler von geringeren Zahlen ausgegangen, damals war von rund 200 manipulierten Partien die Rede. Doch in der Zwischenzeit hätten sich weitaus mehr Fakten ergeben, die intensiven Ermittlungen im In- und Ausland hätten den Tatverdacht weiter erhärtet.
Europaweite Ermittlungen
In fast allen Ländern mussten die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr nach oben korrigiert werden. Allein in Deutschland sind 53 (2009: 32) Spiele betroffen. Noch stärker ist die Türkei (74/2009: 29) verwickelt. Auch in der Schweiz (35/28), Belgien (19/17), Kroatien (15/14), Ungarn (14/13) und Österreich (12/11) geht es in den zweistelligen Bereich. Bosnien (8/8) und Slowenien (7/7) liegen nach jüngsten Erkenntnissen dahinter. In weiteren Ländern spricht die Staatsanwaltschaft Bochum von 33 (15) verschobenen Begegnungen.
Mit ersten Anklage- oder Teilanklageerhebungen sei trotz der äußerst komplexen Ermittlungen, die noch längere Zeit dauern werden, "in Kürze zu rechnen". Die "Süddeutsche Zeitung" (Mittwoch) berichtete, dass die Staatsanwaltschaft Strafanträge von bis zu sechs Jahren Haft anpeile. Der Haupttäter im ersten großen deutschen Wettskandal war zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und elf Monaten verurteilt und später gegen Bewährungsauflagen freigelassen worden.
Millionen mittels Manipulation
Die bisher ermittelten Wetteinsätze auf manipulationsverdächtige Spiele belaufen sich auf rund zwölf Millionen Euro, die Bestechungsgelder für Schiedsrichter, Spieler und sonstige Betroffene auf etwa 1,5 Millionen Euro. Etwa 7,5 Millionen Euro wurden durch die umfangreichen Wettmanipulationen als Gewinn festgestellt. Die Ermittler gehen davon aus, dass sich die Zahlen noch erhöhen werden.
Derzeit sitzen in Deutschland acht Tatverdächtige in Untersuchungshaft. Das Oberlandesgericht Hamm hatte bei ihnen in der vergangenen Woche die Fortdauer der Haft angeordnet. Im Rahmen justizieller und polizeilicher Zusammenarbeit kam es zu einer Vielzahl weiterer Festnahmen im Ausland: drei in der Schweiz, etwa 70 in der Türkei, 22 in Kroatien.




















