WAC arbeitet Niederlage auf
Bis ins kleinste Detail ging WAC-Trainer Nenad Bjelica bei der Aufarbeitung des 2:5 gegen Ried. Die Mannschaft war schon zu selbstsicher.

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Eine Nacht und ein Vormittag genügen, um ein Spiel zum Vergessen abzuarbeiten. Doch um wirklich zu vergessen, muss noch einmal mahnend an die Merkmale einer bösen Niederlage erinnert werden, und zwar detailgetreu. Trainer Nenad Bjelica hat sich das 2:5 des WAC gegen Ried per Video noch einmal vor Augen geführt und die Erkenntnisse beim Sonntagstraining den Spielern weitergegeben. Jedes Gegentor wurde penibel besprochen. lenkte die Mannschaft auf den Irrweg. Doch auch andere Faktoren spielten mit.
Fehlerketten
Im Match waren Konzentrationsschwächen für die Gegentore verantwortlich. Beim 0:1 reagierte Jovanovic zu langsam, das 0:2 entsprang einem aus einem auf Nachlässigkeit beruhenden Abspielfehler von De Paula, die Abwehr versagte kollektiv beim 0:3 und Polverino leitete aus einer Offensivaktion heraus das 0:4 ein. "Mir ist lieber, es passieren fünf solche Fehler in einem Spiel als in fünf Spielen je ein gravierender", nahm es Bjelica relativ gelassen.
Überheblichkeit
Einflüsse von außen wirken nicht immer positiv nach innen und auch die Spieler selbst neigen manchmal dazu, großem Überschwang zu viel Bedeutung beizumessen. "Es wurde zu viel gelobt", sagt Bjelica und gibt zu, dass die Erfolge der vergangenen Wochen zu Selbstüberschätzung bis hin zur Überheblichkeit geführt hätten. Dies verleitet einen Kicker rasch dazu, einen Gegner wie Ried allzu gering zu schätzen. Wer eine Wiener Austria an den Rand einer Niederlage drängt, kann mit einem Team wie Ried keine Probleme haben. Die Bestrafung folgte auf dem Fuß. Die hart erarbeitete Sicherheit im Spiel artete in überzogene Selbstsicherheit aus und lockerte die Einstellung, mit harten Konsequenzen für die Kärntner.
Formtief
Bjelica vertraute in den vergangenen Runden einer Art Stammelf, nicht alle hielten ihren Level. Vor allem Jacobo zeigte zuletzt absteigende Form, was im Spiel gegen Ried einen negativen Höhepunkt erreichte. Es mangelt an Spritzigkeit, die spielerische Leichtigkeit kam etwas abhanden, die meisten Aktionen gehen ins Leere. Das Überraschungsmoment bleibt aus und wurde im Samstagmatch eindeutig von Ried beansprucht.
Der Trainer kann damit leben. "Das letzte Mal ist uns so etwas gegen Sturm passiert, und wenn es nur alle zehn Runden vorkommt, soll es mir recht sein", erklärte Bjelica, dessen Blick schon in die Zukunft abgleitet. Am 20. Oktober ist der WAC in Salzburg zu Gast. Am kommenden Samstag wird ein Testspiel beim slowenischen Erstligaklub Triglav Kranj eingeschoben.






















