WAC: Der Sturm auf Sturm
Ist der Schlager gegen Sturm für den WAC ein Derby, ein Spiel der ganz besonderen Art, oder einfach nur ein Match wie jedes andere?

Foto © GEPAWAC-Trainer Nenad Bjelica
Die Kärntner und die Steirer. Darüber gibt es viele Geschichten und Geschichterln. Nette Nachbarn, die sich gern häkeln und jeweils über den anderen Witze erzählen.
Die Pack ist die natürliche Grenze zwischen Genialität und Wahnsinn, scherzt der Volksmund und lässt offen, ob jetzt die Steirer genial und die Kärntner wahnsinnig sind oder ob es doch umgekehrt ist. Steirer gegen Kärntner, da sind immer Emotionen im Spiel. Auch im Sport. Egal ob im Eishockey mit den fast schon kultigen Duellen KAC gegen Graz oder nach zweijähriger Abstinenz jetzt auch wieder im Fußball.
Nach den blamablen Jahren in der Lindwurmstadt mit Lizenzkauf, Abstieg, Konkurs, und schlussendlicher Liquidierung des SK Austria Kärnten, spielt Kärnten dank des WAC wieder im Konzert der Großen mit. Und kommt es in der Grazer UPC-Arena zum ersten "Pack-Derby" der Geschichte - zwischen Sturm und dem WAC.
Lokale Gegner fehlen
Aber kann man das Spiel überhaupt als Derby bezeichnen? Der Meinung der Fans nach zu urteilen, auf jeden Fall. Sturm ist als Derbypartner heuer Kapfenberg und schon vor längerer Zeit der GAK abhanden gekommen und Kärnten hat schon geografisch gesehen keine Alternativen innerhalb der Landesgrenzen. Gerade einmal knapp 85 Kilometer trennen beide Stadien - also für alle eine Win-Win-Situation.
Große Beliebtheit
"Es ist eine spezielle Begegnung. Im Lavanttal gibt es viele Sturm-Fans, weil es in Kärnten lange Zeit keinen Bundesligaklub gab. Da werden sicher einige der Partie mit gemischten Gefühlen entgegensehen", sagt Martin Haider, Obmann des WAC-Fanklubs "Wolfsfront".
Für WAC-Trainer Nenad Bjelica ist es hingegen ein Spiel wie jedes andere: "Es geht immer um drei Punkte. Egal ob der Gegner Rapid, Salzburg oder Sturm heißt. Aber natürlich ist es für die Fangruppen etwas Besonderes. Die Sturm Fans sind ja bekannt dafür, dass sie gute Stimmung machen", sagt Bjelica, dem der gesamte Kader zur Verfügung steht. Aller Voraussicht nach sollen jene elf Spieler beginnen, die schon gegen Salzburg von Anfang an dabei waren.
In der Tabelle liegt der WAC einen Platz vor den Grazern. Bjelica ist zuversichtlich, punktemäßig etwas mitzunehmen: "Wir wollen wie immer mutig nach vorne spielen und dem Gegner alles abverlangen." Der Druck liegt definitiv bei Sturm. Die Truppe von Trainer Peter Hyballa, der verletzungsbedingt eine halbe Elf vorgeben muss, kämpft gegen den schlechtesten Saisonauftakt seit sechs Jahren. Hyballa: "Der WAC hat auch nur drei Punkte wie wir. Der Unterschied ist, dass bei ihnen alles gutgeredet wird, was bei uns schlechtgeredet wird."
Samstagnachmittag wird es eine Art Völkerwanderung über die Pack geben. Neben den Fanbussen werden dutzende Kärntner privat nach Graz reisen. Die Stadionkassen öffnen ab 17 Uhr.
Features
Live dabei!
Fakten:
SK Sturm Graz - RZ Pellets WAC Samstag
18.30 Uhr. UPC Arena, Schörgenhofer, Sky.
Wacker Innsbruck - Mattersburg Samstag
18.30 Uhr. Tivoli, Muckenhammer, Sky.
Salzburg - Rapid Sonntag
16 Uhr. Red-Bull-Arena, Eisner, Sky und ORF eins.
Wr. Neustadt - SV Ried Sonntag
16 Uhr. Wr. Neustadt, Harkam, Sky.
Austria Wien - Admira Sonntag
18.30 Uhr. Generali-Arena, Krassnitzer, Sky.




















