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Zuletzt aktualisiert: 12.05.2012 um 22:02 UhrKommentare

WAC: Die Väter des Erfolgs

Der Unternehmer Dietmar Riegler startete 2005 ein Fußball-Projekt im Lavanttal. 2010 holte er die richtigen Trainer. Nun ist das Team erstklassig. "Unbeschreibliches Gefühl."

Dietmar Riegler

Foto © GEPADietmar Riegler

Eine Belohnung für den Chef

Herr Riegler, Sie sind vor vielen Jahren als Fußball-Präsident eingestiegen und nun sogar in der Bundesliga angekommen. Wie geht es Ihnen ganz persönlich mit diesem Triumph?
DIETMAR RIEGLER: Ich muss gestehen, dass ich das noch nicht ganz realisieren kann. Ich muss meine Gedanken, was das alles bedeutet, erst ordnen. Es kommt auf jeden Fall zurück, was wir in den vergangenen Jahren geleistet haben. Ich sehe das auch als Belohnung.

Welche Bedeutung hat dieser Erfolg über das persönliche Glücksgefühl hinaus?
RIEGLER: Es ist natürlich für Kärnten Balsam auf die Wunden. Ich sehe in dem Titel vor allem die Vorbildwirkung. Es gibt im Fußball wieder eine Perspektive für die Jugend im Land. Das war immer schon meine Vision. Ich habe mir schon als Junger gedacht, wenn ich einmal die Möglichkeit bekomme, einen Verein zu übernehmen, dann werde ich die Chance auch ergreifen.

Die Entwicklung verlief in der Anfangsphase ja etwas zäh. Es hat einige Jahre gedauert, bis der Verein der Regionalliga entkommen ist. Umso schneller ist es nun abgelaufen. Wie ist das zu erklären?
RIEGLER: Ich hätte nicht gedacht, dass es so rasch gehen würde. Was wir vorher verloren haben, wurde jetzt aufgeholt. Einen großen Anteil hat natürlich der Trainer. Ich habe Nenad Bjelica nicht wirklich gekannt. Aber aus der Nähe habe ich dann gemerkt, dass er ein anderes Kaliber ist. Ich habe noch nie zuvor mit einem Menschen gearbeitet, der so perfekt in den Fußball integriert ist, bis ins kleinste Detail. Und er ist auch kein Sprücheklopfer, wie hier eigentlich alle.

Wagen wir einen Blick in die nahe Zukunft. In etwas mehr als zwei Monaten startet die neue Meisterschaft. Welche Rolle kann der WAC aus Ihrer Sicht in der Bundesliga spielen?
RIEGLER: Ich bin überzeugt davon, dass wir mit Mannschaften wie Wiener Neustadt, Mattersburg oder auch mit Innsbruck durchaus mithalten können. Ich schätze es, ohne mit dem Trainer gesprochen zu haben, als realistisch ein, einen Platz zwischen fünf und acht zu erreichen.

Ihre Mannschaft spielt jetzt gegen Rapid, Austria, Sturm & Co. Wie groß ist die Vorfreude?
RIEGLER: Es ist etwas ganz Besonderes. Wir sind oft in Wien und jedes Mal, wenn wir beim Horrstadion vorbeigekommen sind, habe ich daran gedacht, ein Match anzuschauen. Jetzt spielen wir selbst dort. Das ist wirklich ein unbeschreibliches Gefühl.

Ein Trainer kommt nicht allein

Im WAC-Drehbuch dieser Fußball-Saison führte auch der Zufall Regie. Exakt auf den Tag zwei Jahre zuvor hatte Nenad Bjelica bei den Lavanttalern im Derby mit einem 4:1 gegen den SAK sein Debüt gefeiert - in der Regionalliga. Am 11. Mai 2012 stellte ein vom Kroaten wohlvorbereiteter WAC den Aufstieg in die Bundesliga sicher.

Der frühere kroatische Teamspieler mit Spanien- und Deutschland (Kaiserslautern)-Vergangenheit verstand es blendend, seine fußballerische Erfahrung und Klasse ins Traineramt mitzunehmen und an die Spieler weiterzugeben. Solange der Titeldruck nicht zu spüren war, bot der unverkrampfte WAC auch regelmäßig spielerisch ansehnlichen Fußball. Die Charakterstärke der Mannschaft und der innere Zusammenhalt zeigten sich aber in nahezu perfekter Ausprägung im Verlauf der entscheidenden Woche. Nach der keineswegs von Verzweiflung, sondern von routiniertem, ruhigem Professionalismus begleiteten 1:4-Heimniederlage gegen Fixabsteiger Hartberg ging die Mannschaft schon drei Tage später zu einer Demonstration der Stärke über - eine wahrlich reife Leistung. Bjelica hatte sichtbar die volle Verantwortung über- und damit den Spielern die Last abgenommen.

Doch der Erfolg ist kein Solistenwerk, sondern, wie Bjelica selbst stets hervorhebt, auf Teamwork aufgebaut. Seit Beginn seiner Trainerlaufbahn weicht Assistent Sloboban Grubor nicht von Bjelicas Seite. Die Zusammenarbeit begann schon im Spätherbst 2007 beim FC Kärnten. Im Frühjahr 2008 startete der FCK als damals bestes Erste-Liga-Team eine unbelohnt gebliebene Aufholjagd. Der Weg führte das Duo über den FC Lustenau nach Wolfsberg. Der vorläufige Höhepunkt ist mit dem Aufstieg geschafft."Er ist ruhiger als ich. Auf ihn kann ich mich verlassen", sagt Bjelica. Grubor (43) ist mitverantwortlich für die Trainingsarbeit und -Organisation.

HUBERT GIGLER

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