Ein Trio, über das man spricht
Nach dem 1:1-Unentschieden am Wochenende gegen die Wiener Austria stehen drei Personen im Mittelpunkt: Tormann Johannes Focher, Debütant Tobias Kainz und der Schweizer Referee Alain Bieri.

Foto © GEPA | KLZTobias Kainz, Johannes Focher, Referee Alain Bieri
Es gibt Fußballspiele, da weiß man am nächsten Tag nicht einmal mehr das Endergebnis, weil der auffallendste Mann auf dem Spielfeld "Langeweile" hieß. Das Duell Sturm gegen die Austria fiel definitiv nicht in diese Kategorie. Wer sich bei diesem Spiel gelangweilt hat, war selber schuld. Denn nur selten sorgten 90 Minuten für so viel Gesprächsstoff, wie in diesem Fall. Da wäre die Aufstellung von Peter Hyballa, der mit Christian Gratzei einen Teamtorhüter, mit Manuel Weber den Kapitän und mit Imre Szabics einen Torjäger auf der Bank schmoren ließ. Und da wäre ein Trio, das mit unterschiedlichsten Leistungen für Schlagzeilen sorgte.
Johannes Focher. Völlig überraschend stand der Deutsche im Sturm-Tor. Und der 22-Jährige machte seine Sache gut. "Er war ein starker Rückhalt", lobte Trainer Peter Hyballa. Zeit, um nervös zu sein, hatte der 1,97-Meter-Riese nicht. "Alles ging so schnell. Ich wurde ins kalte Wasser geworfen und musste mich freischwimmen." Das gelang und so gratulierte auch Christian Gratzei seinem Kontrahenten - wenn auch zähneknirschend. Sichtbar verstimmt rauschte der nach dem Spiel zum Nationalteam ab. Überbewerten will das Generalmanager Gerhard Goldbrich nicht: "Man sollte aus einem Luxusproblem kein Problem machen. Wir haben zwei sehr gute Torleute. Die sportliche Führung entscheidet, wer spielt."
Tobias Kainz. "Ich habe ihn nicht geholt, um mit ihm holländisch zu sprechen", hatte Peter Hyballa am Tag vor dem Austria-Spiel noch über den einstigen Holland-Legionär gesagt. Prompt folgte das Debüt in der Startelf. Und wie Focher, konnte auch der 19-Jährige nach getaner Arbeit zufrieden sein. "Es lief nicht schlecht, aber es gibt immer Dinge, die zu verbessern sind", meinte Kainz, der nach dem Spiel zum U21-Team reiste. Die Mannschaft habe es ihm aber auch leicht gemacht, sich zu akklimatisieren. Nach vier Jahren Ausland wohnt Kainz jetzt wieder bei seinen Eltern in Edelsbach. Und das genießt er. "Es ist schön daheim zu sein, aber irgendwann will ich schon wieder den Sprung ins Ausland schaffen."
Alain Bieri. Die Leistung des Schiedsrichters aus Bern kann man getrost in die Kategorie "Schweizer Käse" einordnen. Er verwehrte der Austria ein reguläres Tor und schenkte Sturm einen Elfmeter. Es waren nicht seine ersten Fehler. Schon 2010 bezeichnete in das Schweizer Boulevard-Blatt "Blick" als "Tomaten-Schiri". Österreichs Schiedsrichter-Chef Johann Hantschk verteidigt Bieri dennoch. "Acht von zehn Referees geben den Elfmeter. Es waren zwei Fehler, die man erst im TV sieht." Vier Mal pro Jahr pfeift übrigens ein Schweizer in der österreichischen Bundesliga. Dieses Austauschprogramm gibt es laut Hantschk seit dem Jahr 2000. Ob Bieri noch einmal kommt? So schnell wohl nicht.
























