Die neuen Stürmerinnen
Lange wurde gemunkelt, jetzt ist es wahr: Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte hat der SK-Sturm eine Damenmannschaft.

Foto © Jürgen FuchsDrei der neuen Sturm-Damen: Kathi Traussnig, Steffi Kovacs und Isabella Posch
Trainingszentrum Messendorf, Donnerstagabend. Es wird gekickt, es wird geköpfelt, es wird gekontert - und zwar nicht nur von Männern. Der hinterste Kunstrasenplatz ist (fast) ganz in weiblicher Hand. Es ist das zweite Mal, dass die gerade gegründete Frauenmannschaft des SK Sturm Graz in Messendorf trainiert. Und das erste Mal in der Vereinsgeschichte, dass Frauen in schwarz-weißen Trikots einlaufen. Nach Innsbruck ist Sturm erst der zweite Bundesliga-Verein mit einer "Frauschaft".
So schnell möglich wurde das über eine Kooperation mit dem FC Stattegg, der nach wie vor Heimstätte ist. Nach dem Abstieg aus der obersten Spielklasse wanderten einige Spielerinnen zum LUV ab. Von den Statteggerinnen verbleiben im Kader (siehe unten) nur fünf Spielerinnen, dazu kamen zehn vom JSV Mariatrost, drei vom SV Pirka, zwei von Südburgenland, eine vom FC Lankowitz, eine aus Kalsdorf, eine vom LUV und zwei aus Peggau. Gestartet wird in der zweiten Frauenliga Ost, mittelfristiges Ziel ist es, "in der Bundesliga vertreten zu sein und den fußballbegeisterten Mädchen eine professionelle Ausbildung anzubieten," so Präsident Stockenhuber.
Derby um die Damen
Vor Sturm stand auch eine Zusammenarbeit mit dem GAK im Raum, der nach wie vor ebenfalls eine Frauensektion aufbauen will. "Wir werden nächsten Sommer mit einer Frauenelf starten," so GAK-Vize Raimund Pock. Das "Derby" um die Damen gewonnen hat aber Sturm, der schon im Jugendbereich mit Stattegg zusammenarbeitet und ohnehin mit einer U-13-Mannschaft in den Mädchenfußball einsteigt. Mit Ex-Blacky Mario Karner, der an der Sportmittelschule Bruckner eine Mädchenmannschaft aufgebaut hat, wurde die Position eines "Projektleiters Mädchen- und Frauenfußball" geschaffen.
Der Zeitpunkt könnte nicht besser sein: Seit der Frauenfußball-WM in Deutschland ist der Sport attraktiv wie nie - nicht nur auf Hochglanz-Fotostrecken, auch auf dem Rasen. "Damit, dass Sturm gerade jetzt als Meister ein Frauenteam stellt, wollen wir auch Vorbild für andere Bundesliga-Klubs sein," so Karner. "Das sind die ersten Frauen, die einen Sturm-Dress tragen werden, für viele wird ein Traum wahr."
Meisterliche Dressen
Von einem Ansturm auf Sturm kann auch Jugendleiter Gilbert Prilasnig berichten: "Die Nachfrage von Mädchen hat sich extrem gesteigert. Es ist an der Zeit, dass der Damenfußball mehr gefördert wird." Gerne auch von Sponsoren, die man noch sucht.
Trainiert werden die Damen von einem Frau-Mann-Duo: Alexandra Preiß, selbst langjährige Torfrau und zuletzt Trainerin in Mariatrost, und Taktik-Trainer Josef Glauninger, der schon jetzt "vor allem von den technischen Fähigkeiten überrascht" ist.
Für die neuen "Stürmerinnen" ist es ein großer Schritt, endlich spielen sie in einem professionellen Umfeld, bekommen "meisterliche" Dressen - und eine Aufwandsentschädigung, im Frauenfußball (noch) unüblich. Bleibt nur eine Hoffnung, die Stephanie Kovacs äußert: "Dass uns einmal die Sturm-Herren anfeuern, wir tun das bei ihnen ja auch."
Features
Kader SK Sturm Damen
Angelika Alter, geb. 1993, Abwehr
Christina Fischler, 1993, Mittelfeld
Christine Galbicsek, 1981, Sturm
Veronika Hammer, 1985, Sturm
Tanja Handl, geb. 1991, Abwehr
Katrin Hermann, geb. 92, Abwehr
Adelheid Klug, geb. 1982, Tor
Stephanie Kovacs, 1989, Mittelfeld
Melanie Neubauer, 1994, Mittelfeld
Kerstin Pfleger, geb. 1996, Abwehr
Andrea Polzer, geb. 1989, Sturm
Isabella Posch, geb. 1989, Sturm
Alexandra Preiß, geb. 1970, Tor
Nicole Probst, geb. 1992, Abwehr
Jasmin Prügger, 1985, Mittelfeld
Anja Puggl, geb. 1986, Abwehr
Nadine Rodlauer, 1989, Mittelfeld
Cordula Rottensteiner, 1987, MF
Stefanie Schwab, 1996, Abwehr
Melanie Schweiger, 1994, Abwehr
Nina Semlitsch, 1996, Mittelfeld
Verena Söll, geb. 1996, Mittelfeld
Anna Tauschmann, 1992, MF
Katharina Traussnigg, 1994, Sturm
Jasmin Zorec, 1991, Mittelfeld























