Zwei Damen, die die Männer quälen
Kerstin Haas (32) und Sabine Riegler (22) geben bei Sturm und Kapfenberg den Takt vor. Die Spieler akzeptieren die Frauen-Power.
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Was machen Damen in der noch immer männerdominierten Sportart Fußball? Sie geben den Ton an. Zumindest bei Sturm und Kapfenberg. Dort regiert Frauen-Power. Kerstin Haas (32), Fitnesstrainerin und Gesundheitsmanagerin aus Graz, bringt die Mannen von Franco Foda gehörig ins Schwitzen. Steht ihre Trainingseinheit auf dem Programm, wissen die Spieler: Es wird wieder ein Muskelkater. "Eine echte Quälerei", sagt einer, der nicht genannt werden will. Bei den Kapfenbergern gibt Sabine Riegler (22), Tanzpädagogin aus St. Marein im Mürztal, den Takt vor. Die Übungseinheiten sind vielschichtig, sollen den Rhythmus, die Koordination sowie die Beweglichkeit und das Zusammenspiel der Muskelgruppen verbessern, sie dehnbarer und stabiler machen. Das Training ist als Verletzungsprophylaxe zu verstehen.
Applaus von den Spielern
Sabine Riegler beschritt im Sommer 2010 mit ihrem Engagement bei Kapfenberg Neuland. "Fußballspiele habe ich mir vorher nie angesehen", sagt die Pädagogik-Studentin lächelnd. "Aber ich habe den Fußballern von Anfang an viel Respekt entgegengebracht. Und diesen Respekt habe ich zurückbekommen. Die Spieler nehmen mittlerweile den Tanz als Leistungssport ernst." Macho-Sprüche gab es und gibt es nicht, ganz im Gegenteil. Nach der letzten Übung gibt es stets Applaus von den Spielern. "Bei meinem Training klatscht ihr nie", ist Werner Gregoritsch erbost und erntet Gelächter.
Kerstin Haas - nicht verwandt mit Mario Haas - ist in der jetzigen Vorbereitungsphase bei Sturm eingestiegen. Auch sie ist von der Freundlichkeit der Fußballer angetan. "Ich werde jedes Mal von jedem einzelnen per Handschlag begrüßt. Sprüche kommen keine. Aber vielleicht liegt es auch daran, dass die Trainer anwesend sind." Und wie viel ist bei den Herren Kickern noch zu tun? "Vom Rhythmus her sind sie nicht schlecht, da war ich positiv überrascht. Aber bei der Dehnfähigkeit und Beweglichkeit gibt's noch Spielraum", sagt Haas grinsend.
Und beim Taktgefühl? "Da sind die Spieler wie Rennpferde. Bei ihnen gibt es nur Gas, Gas, Gas", sagt Haas. Die jüngeren Spieler machen im wahrsten Sinne des Wortes bei den Taktübungen bessere Figur als die älteren. Das liegt wohl daran, dass die Sturm Amateure schon länger von Sabine Lang "geformt" werden.
Der Teamchef sah zu
Die Idee des gesamtheitlichen Körpertrainings ist nicht neu. Die österreichischen Schifahrer vertrauen seit Jahren auf diese Art der muskelspezifischen Übungen. Und auch Franco Foda weiß: "Wir haben das schon in Basel gemacht."
Gestern testete Kapfenberg vor den Augen von Teamchef Didi Constantini gegen Steaua Bukarest - Endstand 1:1. Für KSV traf Michael Gregoritsch. Der Kreuzbandriss bei Christoph Kröpfl hat sich leider bestätigt.

























