So trickst Red Bull die Liga aus
Mit Pasching oder Liefering kann sich Red Bull in der Ersten Liga ausbreiten. Weil das nötige Kleingeld vorhanden ist, können die Bestimmungen der Bundesliga umgangen werden.

Foto © GEPAPasching auf dem Weg nach oben
Die Vereins-Mixtur wurde zusammengebraut, um maximalen Ertrag zu erwirtschaften. Sportlichen Ertrag. Doch die Zutaten ergeben ein Aroma, das nicht für alle bekömmlich ist. Es herrscht Red-Bull-Vielfalt mit Einheitsgeschmack. Die ins Rennen geschickten Fußball-Parteien heißen Pasching und Liefering und sollen den Nachschub für die Bundesliga-Mannschaft Red Bull Salzburg liefern. Die Idee ist nachvollziehbar. Der Konzern hat sich an den strategisch entscheidenden Stellen positioniert. Und weil das nötige Kleingeld vorhanden ist, können die Bestimmungen der Bundesliga umgangen werden.
Komplette Umfärbung
Der FC Pasching enteilt in der Regionalliga Mitte der Konkurrenz, weil unter anderem die Kärntner Klubs Austria Klagenfurt und VSV nicht vom Fleck kommen und auch der LASK den Erwartungen nicht gerecht wird.
Pasching wurde 2012 einer völligen Umwandlung unterzogen, blieb aber vereinsrechtlich der gleiche Klub. Der langjährige Präsident Franz Grad hat sich verabschiedet, an seine Stelle traten zwei Linzer Anwälte, eingesetzt von Red Bull, das auch das Stadion gepachtet hat. Pasching war nach dem Verkauf der Bundesliga-Lizenz an Austria Kärnten neu entstanden und hat sich durch eine Spielgemeinschaft mit Wallern auf dem Rückweg nach oben drei Jahre erspart (aber auch Austria Klagenfurt besteht ja nur dank einer Spielgemeinschaft). Nun ist der Klub auf dem Weg zum Titel wohl nicht aufzuhalten, aber dann wartet noch die Hürde Relegation. Im Kampf um den Aufstieg in die Erste Liga für die Saison 2013/14 trifft der Meister der Regionalliga Mitte auf den Meister der Regionalliga West. Und da kommt Liefering ins Spiel.
Red Bull gegen Red Bull
Dieser FC Liefering wird sogar auf der Red-Bull-Homepage geführt, ist aber ein eigenständiger Verein, mit - siehe da - zwei Anwälten als Chefs. Heuer wurde die Lizenz von Anif erworben, also ist der Aufstieg möglich. Der Klub ist Zweiter der Westliga, einen Punkt hinter Austria Salzburg. Die Austria war nach dem Einstieg von Red Bull 2005 neu gegründet worden und hat sich von der niedrigsten Klasse bis in die Westliga regulär hochgedient. Sie kann die Red-Bull-Pläne noch auf sportlichem Weg durchkreuzen. Anif gibt's übrigens auch, in einer Spielgemeinschaft mit dem offiziellen Red-Bull-Amateurklub Red Bull Juniors. Diesen ist aufgrund der ÖFB-Bestimmungen ein Aufstieg untersagt. Kommt es aber nun in der Relegation zum Duell zwischen Pasching und Liefering, spielt Red Bull gegen sich selbst. Einem Erste-Liga-Team steht dann nichts mehr im Weg. So wird die Bundesliga ausgetrickst.











