3:2 gegen SerbienKoller: "Wünsche Österreich, dass es so weitergeht"

Österreichs Fußballnationalteam gewann das letzte WM-Qualifikationsheimspiel gegen Serbien mit 3:2. Burgstaller, Arnautovic und Schaub bzw. Milivojevic und Matic erzielten die Tore.

SOCCER - FIFA World Cup 2018 quali, AUT vs SRB
Guido Burgstaller trifft zum 1:1 gegen Serbien © GEPA pictures
 

Dem österreichischen Nationalteam ist in der WM-Qualifikation ein versöhnlicher Heim-Abschluss gelungen. Die ÖFB-Auswahl besiegte im Happel-Stadion den davor noch ungeschlagenen Gruppe-D-Spitzenreiter Serbien mit 3:2, hat aber trotzdem keine Chance mehr auf die Teilnahme an der WM in Russland.

Luka Milivojevic brachte die Gäste in der 11. Minute in Führung, 14 Minuten später gelang Guido Burgstaller der Ausgleich. Für die erstmalige Führung der Österreicher sorgte in der 75. Minute ausgerechnet Marko Arnautovic, dessen Vater aus Serbien stammt. Manchester-United-Star Nemanja Matic glückte in der 83. Minute der Ausgleich, ehe eine Co-Produktion von Louis Schaub und Arnautovic in der 89. Minute das 3:2 bedeutete.

In den ersten 15 Minuten hatten die - mehrheitlich im serbischen Lager befindlichen - 42.400 Zuschauer ein Spiegelbild der österreichischen WM-Qualifikation zu sehen bekommen. Bereits in der 7. Minute scheiterte Florian Kainz nach Vorarbeit von Florian Grillitsch und Arnautovic freistehend an Serbien-Goalie Vladimir Stojkovic, zwei Minuten später köpfelte Arnautovic nach Grillitsch-Flanke aus wenigen Metern knapp daneben.

Österreich - Serbien: Die Noten

Heinz Lindner: 4.

Der Torhüter konnte sich endlich einmal auszeichnen, als er einen Ball aus der Ecke fischte und kurz vor dem 2:2 mit sensationeller Abwehr glänzte. Zeigte sich auch bei den Abschlägen verbessert.

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Moritz Bauer: 4.

Der junge Verteidiger lieferte den Beweis, dass sein starkes Debüt gegen Georgien kein Zufall war. Zeigte einige energische Vorstöße auf der rechten Seite und beeindruckte durch seine Ballsicherheit.

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Aleksandar Dragovic: 3.

Eine auffällige Leistungssteigerung im Vergleich zu den vergangenen Partien. Ein verlorenes Kopfballduell hätte jedoch beinahe zum 2:1 für Serbien geführt. Alles in allem eine routinierte Vorstellung. Ist aber gegen Moldawien gesperrt.

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Kevin Danso:3.

Bereitete mit einer herrlichen Maßvorlage den Ausgleich zum 1:1 vor, bekundete defensiv allerdings doch einige Abstimmungsprobleme mit Dragovic und verlor in einigen Situationen den Überblick.

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Maximilian Wöber: 3.

Seine missglückte Kopfballabwehr führte zum serbischen Führungstreffer, gab aber ansonsten ein tadelloses Debüt. Er machte seine Abwehrseite gekonnt zu, spielte ruhig und schnörkellos.

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Florian Kainz: 2.

Der Bremer hätte
Österreich mit seiner Großchance in der Anfangsphase in Führung bringen müssen. Bei ihm wechselten Licht und Schatten, hätte auch beim 0:1 besser attackieren können.

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Julian Baumgartlinger: 3.

Der Kapitän zeigte seine gewohnten läuferischen Qualitäten. War nicht ganz fehlerfrei, sorgte aber dafür, dass sich die Serben in der Offensive kaum entfalten konnten. Ganz vorne agiert er jedoch mutlos.

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Stefan Ilsanker: 4.

Der Leipzig-Legionär war der auffälligere Sechser. Glänzte durch etliche Balleroberungen im Mittelfeld. Sein Einsatz bewirkte etliche Offensiv-Impulse, sorgte aber auch für manche Härteeinlagen.

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Marko Arnautovic: 4.

Ließ seine spielerische Brillanz nur punktuell aufblitzen, haderte oft mit dem Schicksal und mit sich selbst. Fand aber einige Chancen vor und erzielte mit aller Routine die Führung zum 2:1.

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Florian Grillitsch: 4.

Zeigte seine spielerische Stärke und brachte durch gute Ballkontrolle den Spielfluss der Österreicher häufig in Gang. Ein starker Schuss wurde abgewehrt, ansonsten zu wenige torgefährlich.

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Guido Burgstaller: 5.

Ein Prellbock an vorderster Front, wie man es sich vorstellt. Er scheute keinen Zweikampf, wirkte stets präsent und gefährlich, erzielte überlegt den Ausgleich und bereitete das 2:1 mustergültig vor.

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Die zunächst tief stehenden und von Österreichs 4-4-2-System möglicherweise überraschten Gäste hingegen gingen mit ihrer ersten Offensivaktion in Führung. Aleksandar Kolarov brachte den Ball zur Mitte, ÖFB-Teamdebütant Maximilian Wöber köpfelte den Ball aus dem Strafraum, wo sich Milivojevic das Spielgerät zurechtlegen konnte und mit einem präzisen Schuss ins lange Eck traf. Es passte auch zur Anfangsviertelstunde, dass Kevin Danso nach Zuspiel von Arnautovic aus sechs Metern danebenschoss.

Zuckerpass von Danso

In der 25. Minute aber leitete der Augsburg-Verteidiger den Ausgleich durch Burgstaller ein. Nach seinem weiten Pass enteilte der Schalke-Stürmer der schlecht postierten Serbien-Abwehr, Stojkovic verzichtete aufs Herauslaufen und wurde vom Kärntner bezwungen - es war das erste Nationalteam-Tor Burgstallers im zwölften Länderspiel.

Der taktische Plan ist aufgegangen. Wir haben sehr viele Chancen herausgespielt und vor allem in der ersten Hälfte zu wenig Tore gemacht. Aber wir sind sehr glücklich über den Siegtreffer.

Florian Kainz

In der Folge entwickelte sich vor den Augen von Manchester-United-Trainer Jose Mourinho, der offenbar wegen eines serbischen Kickers in den Prater gekommen war, eine relativ offene Partie mit Chancen auf beiden Seiten. In der 34. Minute landete ein Kopfball von Branislav Ivanovic an der Latten-Oberkante, in der 40. Minute blieb ÖFB-Schlussmann Heinz Lindner gegen Dusan Tadic Sieger.

Wir haben heute die Tore geschossen und hatten noch viele Möglichkeiten dazu. Wir haben defensiv sehr diszipliniert gespielt, auch wenn wir Phasen hatten, wo wir müde waren.

Marcel Koller

Auf der Gegenseite fand Burgstaller aus guter Position nach Vorarbeit von Moritz Bauer ebenso in Stojkovic seinen Meister wie Kainz in der 43. Minute. Auch in der zweiten Hälfte gab es hochkarätige Möglichkeiten für die Österreicher. In der 58. Minute verhinderte Stojkovic ein Arnautovic-Tor, fünf Minuten später fischte der serbische Keeper einen Schuss von Grillitsch aus dem Kreuzeck.

Arnautovic verzichtete auf den Jubel

Im Finish wurde es dann turbulent. In der 75. Minute erzielte Arnautovic nach Vorarbeit von Louis Schaub und Burgstaller das 2:1 für die Hausherren und verzichtete danach aufgrund seiner serbischen Herkunft auf einen Torjubel. Die Gäste schlugen aber zurück, nach einem Gestocher sorgte Nemanja Matic aus kurzer Distanz für das 2:2.

Ich habe einen großen Respekt vor Serbien, deswegen keinen Jubel, aber innerlich freue ich mich natürlich, dass einer reingegangen ist.

Marko Arnautovic

Im Gegensatz zu den Partien davor stand den Österreichern in der Endphase aber doch noch das Glück zur Seite. Eine Hereingabe von Schaub berührte Arnautovic wohl nicht mehr, der Ball fand dennoch den Weg ins lange Eck (89.).

Das letzte Spiel dieser WM-Qualifikation steigt für Österreich am Montag in Chisinau gegen die Republik Moldau. Schon am Samstag könnte im Rahmen der ÖFB-Präsidiumssitzung beschlossen werden, dass es sich dabei um das letzte Länderspiel von ÖFB-Teamchef Marcel Koller handelt. Der Schweizer wurde bei seinem wohl letzten Match im Happel-Stadion noch einmal vom Publikum gefeiert.

Der Abschied von den Fans war schon schön, es ist eine gute Stimmung, wenn das Stadion voll ist. Ich wünsche Österreich, dass es so weitergeht.

Marcel Koller

Keine Jubelstimmung kam bei den tausenden serbischen Fans auf, die immer wieder mit Feuerwerkskörpern auf sich aufmerksam machten. Das WM-Ticket wurde noch nicht fixiert, allerdings reicht dem Spitzenreiter trotz der ersten Niederlage in der laufenden Qualifikation am Montag ein Heimsieg über Georgien. Für die Österreicher steht Endrang vier schon jetzt fest.

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