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WAC: Zwischen Himmel und Hölle

Vor sechs Jahren noch in der Unterliga, spielt der WAC künftig in der Bundesliga. Eine schier unglaubliche Geschichte im kurzen Rückblick.

© APA
 

In Wolfsberg spielte der Fußball schon immer eine wichtige Rolle. Die Duelle in der wohl einzigartigen Atmosphäre am "alten" WAC-Platz in den 1970er und 1980er Jahren waren Kult. Tausende Fans drängten sich bei Schlagerspielen gegen Wacker Innsbruck oder den LASK in der damaligen 2. Division in das kleine Stadion. Walter Gönitzer hatte damals die Voraussetzungen dafür geschaffen.

Vom Spieler zum Mäzen

Doch auch bittere Momente waren ein ständiger Begleiter des Klubs aus dem Lavanttal. Wie auch am Ende der Saison 1990/91, wo der Klub aus der zweithöchsten Spielklasse abstieg und dort erst 19 später wieder auftauchen sollte. 1991 stand auch noch ein gewisser Dietmar Riegler im Aufgebot des WAC. Der Unternehmer und Experte für Biomasse-Heizwerke stellte um die Jahrtausendwende für seine finanzielle Unterstützung die Weichen für eine Renaissance im Lavanttaler Fußball.

Vision mit vielen Umwegen

Sein Traum, einen Profiverein im Bezirk zu etablieren, nahm allerdings zunächst in St. Andrä seine Anfänge. Auch deshalb, weil seine Person beim WAC (noch) nicht erwünscht war. Während St. Andrä 2003/04 erstmals in der Regionalliga Mitte spielte, wurde die Situation für den WAC immer dramatischer. Der Tiefpunkt endete mit dem Abstieg in die Unterliga Ost 2003/04. Auch Mäzen Riegler musste bald erkennen, dass im Fußball nicht alles wie auf einem Reißbrett geplant werden kann. Der Aufstieg von der Regionalliga in die zweithöchste Spielklasse wollte und wollte nicht gelingen. Und das obwohl im Laufe der Jahre Dutzende Ex-Bundesliga-Kicker wie Roland Goriupp, Zeljko Vukovic, Tomislav Kocijan, Hannes Reinmayr oder Walter Kogler als Trainer verpflichtet werden konnten. Rieglers Visionen schienen in eine Sackgasse abzubiegen. Doch er übte sich in Geduld.

2005/06 folgte die Kooperation zwischen St. Andrä und dem mittlerweile finanzmaroden WAC. Das Motto lautete: "Tradition pflegen, Neues bewegen." Die Vereine blieben zunächst noch eigenständig. Doch weil Riegler nicht nur mit der Infrastruktur in St. Andrä an seine Grenzen stieß, übersiedelte die Regionalligamannschaft 2007/08 nach Wolfsberg. Der WAC/St. Andrä war geboren. Eine Saison später wurde die umgebaute "Lavanttal-Arena" neu eröffnet.

Der ersehnte Aufstieg gelang schließlich 2009/10. In der Winterpause konnten mit Marco Reich und Markus Kreuz zwei Toplegionäre aus Deutschland verpflichtete werden. Nach einer Serie von Niederlagen wurde der Kroatische Ex-Nationalspieler Nenad Bjelica als Trainer verpflichtet. Von da an ging es nur noch bergauf. Mit Platz zwei hinter dem FC Pasching, dem nachträglich 13 Punkte abgezogen wurden, sicherte man sich die Relegation gegen Parndorf. Nach einer 0:1-Niederlage im Hinspiel gewann man das Rückspiel mit 4:1 und war erstmals seit 1991 wieder in der zweithöchsten Spielklasse.

Die Nummer eins im Land

Der WAC war aufgrund des Lizenzentzugs von Austria Kärnten plötzlich sogar die Nummer eins im Kärntner Fußball.

Den vorläufigen Höhepunkt der Vereinsgeschichte wurde am Freitag mit dem Aufstieg in die Bundesliga erreicht. Und das im zweiten Jahr nach dem Wiederaufstieg. Rieglers Vision zur Jahrtausendwende - sie ist wahr geworden.

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