Die Achillesferse des ÖFB-Teams
Fehlende Coolness vor dem Tor kostete in Astana zwei Punkte. Die Spieler ärgerten sich über die zeitschindenden Kontrahenten. Beim nächsten Duell am Dienstag ist das ÖFB-Team jedenfalls zum Sieg gezwungen.

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Neues Spiel, altes Leid: Wie schon beim 1:2 vor einem Monat gegen Deutschland scheiterte die österreichische Fußball-Nationalmannschaft auch am Freitag beim 0:0 in Astana gegen Kasachstan vor allem an der mangelnden Chancenauswertung. Anstatt mit drei Punkten aus Zentralasien heimzukehren, hält die ÖFB-Auswahl nach den ersten beiden Partien der WM-Qualifikation gerade einmal bei einem Zähler und ist damit im nächsten Duell mit den Kasachen am Dienstag in Wien praktisch zum Siegen verurteilt.
Damit ein Erfolg eingefahren wird, darf mit den Einschussmöglichkeiten nicht mehr so fahrlässig wie in der Astana Arena umgegangen werden, wie auch Zlatko Junuzovic bestätigte. "Leider haben wir unsere Chancen wieder nicht verwertet, und jetzt kommt dieses Thema wieder auf", seufzte der Werder-Bremen-Legionär, der in der Schlussphase selbst aus aussichtsreicher Position vergab.
Junuzovic ärgerte sich aber auch über die Spielweise der Kasachen. "Die haben sich hinten einzementiert und nur Zeit geschunden. Normalerweise hätte der Schiedsrichter viel länger nachspielen lassen müssen", klagte der Mittelfeldspieler und trauerte einem möglichen Sieg nach. "Diese zwei Punkte zu verlieren, ist sehr bitter."
Dass die Nationalmannschaft schon in der zweiten Qualifikationspartie von der Marschroute in Richtung WM 2014 in Brasilien abkam, stieß auch Emanuel Pogatetz sauer auf. "Jetzt müssen wir uns diese zwei Punkte woanders zurückholen", sagte der Steirer. Vorerst aber gelte es, am Dienstag die Ladehemmung abzulegen. "Wir haben bemüht gespielt, doch wenn man so wie wir drei tolle Möglichkeiten auslässt, dann kann man so ein Spiel nicht gewinnen."
Besonders destruktiver Gegner
Gerade in der Astana Arena wäre die Effizienz vor dem Tor besonders gefragt gewesen, schließlich hatte man einen besonders destruktiven Gegner zu bekämpfen. "Die Kasachen haben wie erwartet nur auf ein Unentschieden gespielt und immer verzögert, die Netto-Spielzeit war sehr gering. Dass der Tormann keine Gelbe Karte gesehen hat, ist schon verwunderlich - der hat alleine 20 Minuten verplempert", meinte Pogatetz, richtete den Blick aber auch wieder nach vorne. "Wir müssen weiter an uns glauben. Ich bin überzeugt, dass wir daheim gegen die Kasachen gewinnen."
Die Motivation sei auswärts gegen Kasachstan nicht geringer als vor eigenem Publikum gegen Deutschland gewesen, beteuerte Pogatetz. "An der Einstellung ist es sicher nicht gelegen, dass wir nicht gewonnen haben. Wir haben unsere Sache eigentlich ordentlich gemacht, aber eben die Chancen nicht genützt", sagte der Wolfsburg-Innenverteidiger.
Ähnlich klang das Resümee von Sebastian Prödl. "In der zweiten Hälfte haben wir zugelegt, sind allerdings unendlich angerannt und waren nicht cool genug vor dem Tor." Der Werder-Bremen-Abwehrspieler sprach ebenfalls von zwei verlorenen Punkten, konnte aber auch dem einen Zähler etwas abgewinnen. "Eigentlich haben wir noch Glück gehabt, denn in solchen Spielen bekommt man oft noch ein Tor."
Allein schon aufgrund ihres Auftretens hätten die Kasachen jedoch keinen Sieg verdient gehabt, so Prödl. "Was sie geboten haben, hatte wenig mit Fair Play zu tun. Sie haben nur verzögert, gar nicht versucht, mitzuspielen und immer nur auf den Lucky Punch gewartet." Dass der Schiedsrichter dies zumeist zuließ, sei für die Gastgeber ebenso ein Vorteil gewesen wie der Plastik-Untergrund. "Ich will keine Ausreden suchen, aber es ist auf dem Kunstrasen eben nicht so rund gelaufen", erklärte der 25-Jährige.










