Die Sensation gegen Dänemark war erst der Anfang
Der 3:1-Sieg über Dänemark könnte für den Frauen-Fußball in Österreich jene Initialzündung sein, auf die man jahrelang hingearbeitet hat. Nun will das rot-weiß-rote Team unter die Besten der Welt.

Foto © GEPAViktoria Schnaderbeck (links) & Co. haben Historisches geschafft
Das Wort "historisch" fiel nach dem 3:1-Sieg der österreichischen Frauen-Nationalmannschaft gegen Dänemark verdächtig oft. Allerdings fiel es nicht leichtfertig, denn der Erfolg der Nummer 35 gegen die Nummer zwölf der Welt und der damit verbundene Image-Gewinn könnten für den heimischen Frauen-Fußball jene Initialzündung sein, auf die man jahrelang hingearbeitet hat. Egal, ob man sich nun für die EM qualifiziert oder noch im Play-off scheitert. Österreichs Fußball-Damen haben bereits mehr erreicht, als sie sich vor Beginn der EM-Qualifikation vorgenommen hatten.
Acht von elf im Ausland
Einen der Hauptgründe für die fulminante Entwicklung kennt FC-Bayern-Legionärin Viktoria Schnaderbeck: "Acht von elf Mädels, die gegen Dänemark in der Startelf gestanden sind, spielen im Ausland. Und gerade auf internationaler Ebene lernt man das Zweikampfverhalten und das schnelle Spiel, das man braucht, um sich auch gegen Große durchzusetzen."
Ein anderes kleines Teilchen im Erfolgs-Puzzle ist der Steirer-Block. Neben Schnaderbeck standen mit Carina Wenninger, Sarah Puntigam, Elisabeth Tieber und Susanna Höller vier weitere Steirerinnen in der Startformation. Man kennt sich, mag sich, spielte großteils einst gemeinsam beim LUV und weiß daher, wie die Kollegin sportlich tickt. "Klar ist das ein Vorteil. Man kennt die Stärken, weiß um die Schwächen und tut sich so im Spiel leichter", erzählt Schnaderbeck aus dem Nähkästchen.
Der Chef als Fan
In St. Pölten drückte auch ÖFB-Präsident Leo Windtner "seiner" Damenriege die Daumen. Was vor einigen Jahren noch undenkbar war, ist mittlerweile normal. In Sachen Prämien gibt es aber noch Aufholbedarf. "Natürlich wäre es schön, wenn sich auch da etwas tun würde", würde sich Carina Wenninger nicht über eine finanzielle Entschädigung, wie sie seit Jahrzehnten bei den Männern üblich ist, beschweren. Kollegin Schnaderbeck pflichtet ihr bei: "Bei den Prämien sind wir im Moment in einem Bereich, wie sie im Amateurfußball in Unter- und Oberligen üblich sind."
Vielleicht rüttelt ja eine erfolgreiche EM-Qualifikation die Herren des ÖFB wach. Teamchef Dominik Thalhammer ist jedenfalls sicher, dass sich im österreichischen Frauen-Fußball "noch einiges tun" wird. Und er hat noch einen Traum: ein großes Turnier in Österreich. "Das könnte der Impuls sein, den wir brauchen, um zu den Top-20-Nationen der Welt zu gehören. Denn da wollen wir hin."









