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Zuletzt aktualisiert: 09.09.2012 um 20:58 UhrKommentare

Ein Duo verlässt sich auf die Routine

Österreichs Innenverteidiger Emanuel Pogatetz und Sebastian Prödl freuen sich auf die Duelle mit Deutschlands Stürmerstar Miroslav Klose. Und träumen vom ganz großen Coup.

Sebastian Prödl und Emanuel Pogatetz

Foto © GEPASebastian Prödl und Emanuel Pogatetz

Zusammen ist es 3,85 Meter groß, hat 82 Länderspiele und 131 Partien Deutsche Bundesliga in den Beinen und am Dienstag vermutlich viel zu tun - Emanuel Pogatetz und Sebastian Prödl, das rot-weiß-rote Gespann in der Innenverteidigung.

"Nein", sagt Prödl, "blind kann man sich auf dem Platz nicht verstehen. Das geht nur, wenn man auch im selben Verein spielt. Was uns aber entgegenkommt, ist die jeweilige Routine. Außerdem kann man in den Tagen, in denen man im Team zusammen ist, daran arbeiten, dass es auf dem Platz bestmöglich klappt."

Bestmöglich wird auch nötig sein, wenn ein Typ wie Ex-Bayern-Stürmer Miroslav Klose, inzwischen bei Lazio Rom unter Vertrag, vor den beiden auftaucht. Extra studiert haben der Wolfsburger Pogatetz und der Bremer Prödl den Goalgetter dennoch nicht. "Wir kennen ihn beide, wir haben beide gegen ihn gespielt, wir wissen beide, wie gefährlich er ist", sagt Pogatetz und Prödl ergänzt, "dass mir das aber lieber ist, als wenn ich es mit einem quasi Unbekannten zu tun hätte. Fakt ist, wir müssen uns 90 Minuten auf ihn konzentrieren, dürfen dabei aber auf Leute wie Özil nicht vergessen. Und auf uns selbst natürlich auch nicht".

Kommunikation ist gefragt

Soll heißen: Unter Neo-Coach Marcel Koller spielt Österreich ein System, das viel Ordnung verlangt. "Also schauen wir zuerst auf uns und unser Umfeld und erst dann auf den Gegner", so Prödl. "Wir müssen während der Partie auch extrem viel kommunizieren und so die defensiven Mittelfeldspieler Baumgartlinger und Kavlak koordinieren. Dann gelingt vielleicht der große Coup, auf den wir jetzt seit über einer Woche gezielt hinarbeiten."

Hätten die beiden lieber gegen den derzeit verletzten Gomez gespielt? "Egal", sagt Pogatetz, "beide sind Weltklasse." "Was Klose eventuell unangenehmer macht, ist der Umstand, dass er mehr in Bewegung ist. Er ist nicht nur ein Brecher, er ist auch ein bisschen Spielmacher", erklärt Prödl.

Vor allem aber ist Klose sehr treffsicher. Speziell, wenn es gegen Österreich geht. Seit 2002 hat er alle seine vier Länderspiele gegen die ÖFB-Auswahl gewonnen und dabei fünf Treffer erzielt. Vor dem Duell allerdings gibt sich der 34-Jährige betont vorsichtig. "Wien wird sicherlich kein einfaches Pflaster. Das war schon vor einem Jahr so, als wir 2:1 gewannen, aber jetzt ist das österreichische Team noch einen Tick stärker."

Noch mehr Alabas

Was, da sind sich alle Experten einig, nicht nur an den vielen Legionären an sich liegt, sondern am Umstand, dass das Gros der Fremdarbeiter aus den jeweiligen Klubs auch nur noch schwer wegzudenken ist.

"In Europas großen Ligen wird eben ein anspruchsvollerer Fußball gespielt. Die Erfahrungen, die man dort sammelt, sind extrem wichtig", sagt Pogatetz, will die heimische Liga aber nicht schlechtreden. "Die stetig steigende Zahl von Legionären zeigt ja, dass in Österreich gute Arbeit geleistet wird und immer wieder Junge nachkommen. Was uns aber fehlt, sind Spieler, die bei absoluten Top-Vereinen ein Stammleiberl haben. Da gibt es bei uns derzeit nur den David Alaba bei den Bayern."

Der wird übrigens auswärts in Kasachstan wieder zum Stamm des Nationalteams gehören. Dass er ausgerechnet am Dienstag gegen die Deutschen fehlt, damit hat man sich im Team längst abgefunden. "Jammern hilft nichts", gibt Prödl den Weg vor. "Wir müssen einfach die vorhandenen Kräfte bündeln. Und ich bin überzeugt, dass die reichen können."

ACHIM SCHNEYDER

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Austria nach 3:1 in Ried im Finale 

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