Ein Spitz, ein Hammer und ein Skandal
Das österreichische Fußball-Nationalteam und die WM-Qualifikation: Das erinnerte meist an fußballerische "Passionsspiele". Doch es gab auch Sternstunden.

Foto © APChristian Fuchs und Co. wollen zur WM
Österreichs Nationalmannschaft qualifiziert sich mit einem 9:1-Sieg gegen Portugal für die Weltmeisterschaft. Was Cristiano Ronaldo vermutlich für einen schlechten Witz halten würde, war einst Realität. 1954 schoss sich die rot-weiß-rote Auswahl mit just diesem Ergebnis zur WM in die Schweiz. Die zweite von insgesamt sieben WM-Teilnahmen sollte auch die erfolgreichste werden, schließlich wurden die Herren Hanappi, Happel und Kollegen Dritter. Meist gab es bei WM-Qualifikationen aber nichts zu bejubeln und der österreichische Fußballanhänger lernte bei diesen fußballerischen "Passionsspielen" zu leiden. Doch manchmal durfte man die eine oder andere Sternstunde bejubeln.
Der Spitz von Izmir. Am 30. Oktober 1977 schrieb ein damals 22-jähriges Bürschchen namens Herbert Prohaska in Izmir Fußball-Geschichte. In der 71. Minute schoss "der Schneckerl", wie ihn die Fans ob seiner Haarpracht nannten, mit dem legendären "Spitz von Izmir" Österreich erstmals nach 20 Jahren wieder zu einer WM-Endrunde. Österreich besiegte die Türkei 1:0 und fuhr zur WM nach Argentinien.
Der Polster-Skandal. Vor dem entscheidenden WM-Qualifikationsspiel gegen die DDR stand Toni Polster am 15. November 1989 im ausverkauften Wiener Happel-Stadion und verstand die Welt nicht mehr - er wurde vom eigenen Publikum gnadenlos ausgepfiffen. In den 90 folgenden Minuten schrieb der Torjäger aber Fußball-Geschichte. Beim 3:0-Sieg erzielte er alle drei Treffer und schoss Österreich zur WM nach Italien. Es folgte ein legendäres TV-Nachspiel. Ein verzweifelter ORF-Moderator Peter Elsner hämmerte auf der Jagd nach Wortspenden vor laufender Kamera an Österreichs Kabinentür und wurde nicht eingelassen.
Der Herzog-Hammer. Am 6. September 1997 empfing Österreich im Happel-Stadion Schweden. In der 76. Minute zimmerte ein gewisser Andreas Herzog den Ball aus rund 20 Metern ins Kreuzeck. Dieser 1:0-Erfolg ebnete den Weg zur vorerst letzten WM-Teilnahme 1998 in Frankreich.
Am Dienstag (20.30 Uhr, ORF eins live) wäre es im Prater gegen Deutschland wieder einmal Zeit für eine Sternstunde.









