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Zuletzt aktualisiert: 07.09.2012 um 08:46 UhrKommentare

"Jeder Einzelne muss für das Team an sich arbeiten"

Foto © GEPA

Einmal bei einer WM-Endrunde dabei zu sein - der Traum jedes Fußballprofis. Ich durfte diese nahezu unbeschreibliche Erfahrung 1998 machen. Bis es aber so weit ist, wartet ein Weg voller Höhen und Tiefen: die Qualifikation. Fast zwei Jahre liegen zwischen dem ersten Quali-Spiel und dem ersten bei der Endrunde in Brasilien; in der Zeitrechnung eines Profifußballers eine lange Zeit. Und eine wichtige: Als Teamaspirant muss man im Vorfeld eines solchen Großereignisses seine Leistungen noch genauer analysieren als bisher ohnehin schon. Zwar kann man Glück und Zufall nicht beeinflussen, aber sie als Entscheidungsfaktoren doch minimieren.

Ich kann mich noch gut an den Start der WM-Quali für 1998 erinnern. Ein Heimspiel gegen Schottland - und ein Unentschieden. Den entscheidenden Schwenk haben wir im zweiten Spiel gemacht; mit einem Sieg in Schweden. Plötzlich war Selbstvertrauen da, das Mannschaftsgefüge ist viel enger zusammengewachsen - enorm wichtige Faktoren auf dem Weg zu einer WM.

Für unser Team könnte das Spiel gegen Deutschland ähnliche Wirkung haben; auch wenn selbst bei einer Niederlage nicht viel passiert ist. Die meisten der aktuellen Teamspieler haben den Sprung ins Ausland geschafft - und sich in starken Ligen durchgesetzt. Aber keiner dieser Spieler darf sich mit dem Erreichten zufriedengeben, sondern alle müssen nach noch Höherem streben. Das heißt: Dinge zu tun, die einen weiterbringen, auch wenn sie nicht leicht fallen. Das heißt, nicht sofort den Vereinswechsel zu suchen, falls Leistungsschwankungen auf der Bank enden, sondern das als Ansporn zu sehen, um noch mehr an sich zu arbeiten, seine Stärken und Schwächen noch besser zu analysieren.

Je mehr Spieler sich diesem Ziel unterordnen und bereit sind, wirklich alles zu geben, desto größer wird die Chance auf das Erreichen des gemeinsamen Ziels. Ausfälle und Verletzungen wird es dabei immer geben. Wichtig ist jedoch, dass auch im Tief an den eigenen Stärken festgehalten wird. Der aktuelle österreichische Kader ist nicht nur qualitativ, sondern auch quantitativ sehr gut besetzt. Der Teamchef hat viele Varianten, die Qual der Wahl. Das fordert auch die Spieler, den man muss sich unterordnen und das gemeinsame Ziel - die WM-Endrunde - über die Eitelkeit stellen, um als Mannschaft erfolgreich zu sein.

Markus Schopp (38), spielte für Sturm, Hamburger SV, Brescia, Salzburg und New York Red Bulls.

ANALYSE: MARKUS SCHOPP

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