"Beginn eines langen Weges"
Marcel Koller feiert am Dienstag sein Debüt als österreichischer Fußball-Teamchef. Davor spricht er über Anspannung, System, Zukunft - und die Hymne.

Foto © GEPAErwartungsvoller Blick: Marcel Koller
Freundlich und redselig war er, der Schweizer Marcel Koller, als sich Spieler, Trainer und Medien auf dem VIP-Terminal des Flughafens in Wien zum ersten gemeinsamen Abflug trafen. Und so plauderte der neue Teamchef über . . .
. . . den Gemütszustand: "Ich bin ziemlich locker im Moment, aber die Anspannung wird sich rechtzeitig vor dem Spiel einstellen. Ganz allgemein ist die Stimmung im Team eine sehr gute, aber gute Stimmung allein gewinnt keine Spiele."
. . . das Spielsystem: "Wir wollen hinten kompakt stehen, überlegt herausspielen aus der Abwehr und in der Offensive präsent sein. Wie haben einige Spieler, die Partien entscheiden können. Und besonders wichtig ist mir, dass wir Fehler des Gegners provozieren, indem wir ständig attackieren und uns richtig bewegen."
. . . die Startelf: "Die habe ich im Kopf und spätestens bei der Besprechung am Nachmittag vor dem Spiel lasse ich sie auch die Spieler wissen. Spätestens."
. . . die Erwartungshaltung: "So wichtig ein gutes Resultat ist, eine überzeugende Leistung wäre mir wichtiger. Klar wäre ein Sieg schön, aber auch dann dürfte in keinem Fall Jubel, Trubel, Heiterkeit ausbrechen."
. . . die Ausgangslage: "Man darf nicht vergessen, dass die Ukraine gegen Deutschland gerade 3:3 gespielt hat und nach 45 Minuten sogar 3:1 vorne war. Von der Papierform her ist sie über uns zu stellen. Außerdem sind wir erst am Beginn eines langen Weges, und es muss klar sein, dass nicht alles von heute auf morgen sitzen kann. Der Faktor Zeit spielt bei unserem Projekt eine wesentliche Rolle."
. . . die Zukunft: "Wir sind mit 23 Spielern in der Ukraine, aber diese 23 sind nicht in Stein gemeißelt. Schon jetzt umfasst der eigentliche Kader gut 30 Mann, die wir ständig beobachten werden, ehe es im Februar gegen die Finnen geht. Schade, dass es uns aus Termingründen nicht möglich ist, bis zu diesem Spiel noch ein zusätzliches Wintertrainingslager einzuschieben, denn die Gefahr, dass man wieder bei null beginnen muss, ist natürlich da."
. . . den Unterschied zur Arbeit bei Vereinen: "Als Teamchef, was ich ja bisher noch nie war, muss ich mich wohl oder übel daran gewöhnen, dass ich nicht nach jedem Spiel gleich mit meiner Mannschaft an den Fehlern arbeiten kann."
. . . die Hymne: "Eure kann ich nicht. Aber auch bei jener der Schweiz schaffe ich nur die erste Strophe."









