Anpfiff zum neuerlichen Neustart
Die österreichische Fußballnationalelf tritt am Dienstag mit neuem Trainer und frischem Mut in der Ukraine an. Was ist dabei zu erwarten?

Foto © GEPAMarcel Koller feiert am Dienstag sein Debüt
Seit 1. November ist der 51-jährige Schweizer Marcel Koller als Teamchef in Amt und Würden. Offiziell. In Wahrheit aber widmet sich der bereits dritte Hoffnungsträger seit Josef Hickersbergers Abgang nach der Euro 2008 schon ein paar Wochen länger dem Projekt Fußball-Nationalteam. Von dem Tag an nämlich, als klar war, dass er den heiklen Job übernehmen würde, ging der Neue mit gewaltigem Elan ans Werk.
Und während er ans Werk ging, ging manch anderer in Opposition. Experten von Herbert Prohaska abwärts stellten die Frage, ob es einen wie Marcel Koller hierzulande nicht auch gegeben hätte. "Dass mir eine gewisse Skepsis entgegen gebracht wurde und zum Teil noch immer wird, damit habe ich kein Problem", sagt Koller, leugnet aber nicht, doch ein wenig verwundert zu sein. "Mal sollte mir die Chance geben, mich zu beweisen."
Neue Gesichter
Und diese Chance hat Koller erstmals am Dienstag, wenn er in Lwiw, zu Deutsch Lemberg, und unterstützt von einem gänzlich umgekrempelten Trainerteam, auf die Ukraine trifft. "Ich wollte diese neuen Gesichter, obwohl für mich die ehemaligen Assistenztrainer von meinem Vorgänger Didi Constantini ebenfalls neue Gesichter gewesen wären. Aber ich denke, dass der Umbau insofern notwendig war, als neue Leute frischen Schwung und neue Impulse bringen", sagt Koller, der sich nach einer Vielzahl von Gesprächen für Landsmann Fritz Schmid und den Wiener Thomas Janeschitz als Co-, für den Grazer Otto Konrad als Tormanntrainer entschieden hat. "Ein Trio, zu dem ich in sehr kurzer Zeit vollstes Vertrauen aufgebaut habe. Die Arbeit mit ihnen und den Spielern macht Spaß."
Wiewohl alle Beteiligten mit augenscheinlich sehr viel Ernst bei der Sache sind. Der Wind, der weht, ist ein frischer, und Spieler wie etwa Christian Fuchs empfinden den frischen Wind "als eine Wohltat".
Aber was ist es nun, was der Neue anders macht? Bei der Arbeit auf dem Rasen geht es ungemein intensiv zur Sache, wobei es zudem so scheint, als wären die Strukturen unter Koller klarer als in der jüngsten Vergangenheit. So jedenfalls empfindet es das Gros der Spieler. "Außerdem legt er auf Kommunikation ganz großen Wert. Abseits des Platzes, aber auch während der Trainings. Und er bringt die Sachen ganz klar und verständlich rüber. Ich denke, wir haben begriffen, wie seine Vorstellung von Fußball, seine Philosophie aussieht", sagt etwa Mainz-Legionär Andreas Ivanschitz. "Jetzt liegt es an uns, das auch möglichst überzeugend umzusetzen."
Alte Gesichter
Ivanschitz ist einer von nur sehr wenigen Neuen im Team. Unter Didi Constantini fand der Spielgestalter keine Berücksichtigung, Koller jedoch hält den Linksfuß für unverzichtbar. "Im Grunde aber hat Constantini eine wirklich gute personelle Basis geschaffen", streut Nachfolger Koller dem Vorgänger Rosen.
Doch als Kiebitz wird man den Eindruck nicht los, als zeigten die alten Gesichter ein neues Gesicht. Ein noch eine Spur entschlosseneres. Ein Umstand, der manch Außenstehenden hoffentlich nicht vorschnell Glauben macht, von nun an könne es nur noch bergauf gehen.
Denn das dachte man auch bei Hickersbergers Nachfolger Karel Brückner und dessen Nachfolger Didi Constantini.
Und in beiden Fällen erwies es sich als Trugschluss.
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Fakten:
Österreichs Fußball-Nationalteam trifft am Dienstag in Lemberg (ORF eins live ab 19.55 Uhr) auf die Ukraine. Dieses Freundschaftsspiel ist gleichzeitig der Startschuss für den neuen Teamchef Marcel Koller.
Der Schweizer ist seit 1. November als Nachfolger von Didi Constantini im Amt. Unter der Führung des 51-Jährigen soll die im Herbst 2012 beginnende Qualifikation für die WM-Endrunde 2014 in Brasilien geschafft werden.













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