Ivanschitz schafft Sprung vom Buhmann zum ÖFB-Helden
"Für mich war es wichtig zu sehen, dass die Öffentlichkeit eine Freude daran hat, dass ich wieder dabei bin. Das hat mir ein gutes Gefühl gegeben", meinte Andreas Ivanschitz.

Foto © ReutersAndreas Ivanschitz mit perfektem Comeback
Viel hat sich geändert zwischen dem 49. und 50. Fußball-Länderspiel von Andreas Ivanschitz. Beim 0:2 in Graz gegen Schweden am 11. Februar 2009 wurde der Deutschland-Legionär von den eigenen Fans bei seiner Auswechslung noch leidenschaftlich ausgepfiffen - als er aber beim 4:1 am Freitag in Baku gegen Aserbaidschan den Platz verließ, gab es Sprechchöre und Standing Ovations von den mitgereisten Anhängern. "Für mich war es wichtig zu sehen, dass die Öffentlichkeit eine Freude daran hat, dass ich wieder dabei bin. Das hat mir ein gutes Gefühl gegeben", meinte Ivanschitz. Noch vor zweieinhalb Jahren wurde der Mittelfeldspieler als Kapitän zum Sündenbock für durchwachsene Leistungen auserkoren, was er bis heute nicht ganz versteht. "Ich war als Kapitän immer für die Mannschaft da, habe versucht, gute Stimmung in die Mannschaft zu bringen und habe gute Leistungen gebracht", betonte der Ex-Kapitän, der bei seiner Rückkehr sofort wieder eine Führungsposition innerhalb des Teams einnahm.
"In der Mannschaft steckt sehr viel Potenzial"
Was sein Comeback längerfristig für die Rangordnung innerhalb der ÖFB-Auswahl bedeutet, wagte der bald 28-Jährige nicht zu prophezeien. "Eine Hierarchie entwickelt sich von selbst, wobei im heutigen Fußball die Verantwortung auf mehr Personen aufgeteilt ist", vermutete Ivanschitz. Unverbindlich gab sich der Mainz-Legionär auch im Hinblick auf die Chancen Österreichs in der bevorstehenden WM-Qualifikation. "Wir müssen uns noch ein bisschen Zeit lassen. Wichtig ist jetzt einmal, dass wir das Kasachstan-Match erfolgreich bestreiten, dann beginnt die Ära von Marcel Koller, und dann lassen wir alles anlaufen." Einen kleinen Ausblick wagte Ivanschitz dann doch: "In der Mannschaft steckt sehr viel Potenzial. Wenn es Koller gelingt, das alles herauszuholen - warum sollten wir uns dann nicht für eine WM qualifizieren?"
Vorher hat allerdings noch Willi Ruttensteiner die Aufgabe, im abschließenden EM-Qualifikationsspiel am Dienstag (18.00 Uhr/live ORF eins) in Astana gegen Kasachstan das Beste aus der ÖFB-Auswahl herauszuholen - was ihm laut Ivanschitz auch gelingen wird. "Er ist mit voller Sache dabei und hat analytisch gearbeitet, was in der jetzigen Phase sehr wichtig war", lobte der Burgenländer. Schon die Trainingseinheiten in Bad Tatzmannsdorf seien von hoher Qualität gekennzeichnet gewesen. "Wie die ganze Vorbereitung aufgebaut war, das war sensationell. Er hat eine gute Stimmung reingebracht, und vor allem das Bewusstsein, mit der richtigen Einstellung in die Partie zu gehen", betonte Ivanschitz. Er selbst hatte sich für das Spiel vorgenommen, auf Kunststücke zu verzichten. "Ich habe versucht nicht zu viel zu wollen, schnörkellos zu spielen, und das hat sich ausgezahlt."









