Ruttensteiners erster Tag im Trainingscamp
Willi Ruttensteiner absolvierte mit viel Elan seinen ersten Tag als Teamchef, Andi Ivanschitz fühlte sich wie ein Debütant. Neo-Teamchef Marcel Koller tritt sein Amt erst nach den beiden EM-Quali-Spielen an.

Foto © GEPA
Der erste Auftritt im Camp im burgenländischen Kurort Bad Tatzmannsdorf war so, wie man es sich von Interimsteamchef Willi Ruttensteiner erwartet hat. Akribisch, analytisch und wortreich erklärte er den anwesenden Journalisten seine Pläne für die beiden noch ausstehenden, aber bedeutungslosen EM-Qualifikationsspiele in Aserbaidschan (Freitag) und Kasachstan (Dienstag) - es werden die einzigen Spiele bleiben, denn am Dienstag wird Marcel Koller als neuer Teamchef präsentiert, er übernimmt aber erst danach.
Ruttensteiner hat trotzdem Pläne. Und die sahen für den ersten Tag einen hohen Spaßfaktor vor. Mountainbike, Aqua-Jogging und Beachvolleyball standen ebenso auf dem Programm wie Massagen und eine Aktivierungseinheit mit dem vom U21-Team zurückbeorderten "Conditioning Coach" Roger Spry. Der Engländer hatte das Team 2008 Euro-fit gemacht, war aber von Didi Constantini aussortiert worden.
Die Nacht vor dem spaßigen Tag war für Ruttensteiner und seine Betreuer kurz. In penibler Kleinarbeit wurden die Belastungen der Spieler in den letzten Wochen ausgearbeitet. "Wir versuchen mit einem gezielten Programm, gut für die erste Einheit am Dienstag zu regenerieren", erklärte der Teamchef.
Einzelgespräche
Zu diesem Zeitpunkt hatte er auch bereits die ersten Einzelgespräche mit Spielern geführt. Am längsten plauderte Ruttensteiner mit dem potenziellen Debütanten Philipp Hosiner, dem er nahelegte, nichts zu ändern: "Ich habe ihm gesagt, dass er beim Nationalteam am richtigen Ort ist - wenn er genauso spielt wie bei der Admira." Und es könnte sein, dass der Torjäger spielt, denn Ruttensteiner hat Routiniers wie Marc Janko und Kollegen bereits mitgeteilt, dass er sich die Trainingsleistungen genau ansehen wird und dass er überhaupt kein Problem habe, "arrivierte Spieler auf die Tribüne zu setzen".
Und dann ließ Ruttensteiner aufhorchen. Zum einen wünschte er sich eine umfangreiche Strukturänderung rund um das A-Team - und damit mehr Einfluss für ihn als Sportdirektor. Am Dienstag werden diese Änderungen wohl schon präsentiert. Zum anderen will er die Kapitänsrolle neu vergeben- stellte aber klar: "Ich schließe aus, dass die Mannschaft den Kapitän wählt." Dann übergab der Denker das Wort an den heimgekehrten Lenker.
"Bin Führungsspieler"
Und bei Andras Ivanschitz kribbelt es. "Die Vorfreude ist fast so groß wie vor meinem ersten Länderspiel", verriet der Mainz-Legionär und fügte hinzu: "Es war ein besonderer Moment, ins Hotel zu kommen und die neuen Gesichter kennenzulernen." Angst, Verantwortung zu übernehmen, hat er nicht: "Ich habe 49 Länderspiele und viele Pflichtspiele auf dem Buckel, daher bin ich doch automatisch Führungsspieler."










