Marcel Koller: "Das Unmögliche möglich machen"
Der Schweizer Marcel Koller wurde als neuer Teamchef präsentiert. Der 50-Jährige, der einen Zweijahresvertrag erhielt, tritt seinen Dienst am 1. November an - mit dem ÖFB-Team hat er viel vor.
Koller: "Das Unmögliche möglich zu machen"
Marcel Koller
Österreichs Fußball-Teamchef heißt ab 1. November Marcel Koller. Der Schweizer wurde am Dienstag in Oberwart im Beisein von ÖFB-Präsident Leo Windtner und Sportdirektor Willi Ruttensteiner der Öffentlichkeit präsentiert und gab dabei als Ziel aus, die ÖFB-Auswahl weiterzuentwickeln und die Qualifikation für eine Endrunde zu schaffen.
"Ich bin überzeugt, den österreichischen Fußball voranbringen und die Qualifikation für ein Turnier erreichen zu können", erklärte der 50-Jährige, dessen Vertrag vorläufig bis zum Ende der im Herbst 2012 startenden WM-Qualifikation läuft. Zu den letzten EM-Qualifikationsspielen am Freitag in Aserbaidschan und am darauffolgenden Dienstag in Kasachstan wird Koller nicht mitfliegen, auch um seinen Umzug nach Wien zu organisieren. "Das wäre dann alles ein bisschen hektisch geworden." Damit feiert er am 15. November in Lwiw im Testspiel gegen die Ukraine sein ÖFB-Debüt.
"Das Gros der Mannschaft muss ich noch kennenlernen"
Für die anstehende WM-Quali hat sich der designierte Nationaltrainer einiges vorgenommen. "Ich gehe nicht in die Quali und sage, wir spielen ein bisschen mit und bringen zwei, drei junge Spieler in die Mannschaft. Wir haben eine schwere Gruppe und sind vom FIFA-Ranking her nur an der vierten Stelle, doch im Fußball können auch Kleine die Großen schlagen, das habe ich auch bei meinen Vereinen gezeigt." Seit seiner Entlassung beim VfL Bochum vor zwei Jahren war Koller nicht mehr als Trainer im Einsatz und nützte diese Zeit nach eigenen Angaben zur Fortbildung. "Ich habe unzählige Spiele in Europa gesehen und Workshops besucht", erzählte der sechste nicht-österreichische ÖFB-Teamchef.
Durch seine Spielbeobachtungen sind Koller vor allem die ÖFB-Legionäre in der deutschen Bundesliga ein Begriff. "Aber alle Teamspieler habe ich nicht gekannt. Das Gros der Mannschaft muss ich noch kennenlernen", sagte der frühere Grasshoppers-Meistermacher, der vor seiner Präsentation kurz mit dem Team in Bad Tatzmannsdorf gesprochen hatte. Den ersten Kontakt zum ÖFB gab es laut Koller vor zwei Wochen. "Ich habe mich dann erkundigt, DVDs bestellt und Spiele gesehen. Dabei ist mir aufgefallen, dass die österreichische Mannschaft einen guten Fußball spielt, dass sie mit Leidenschaft spielt und dass junge Spieler dabei sind, die das Talent haben, sich weiterzuentwickeln. Es hat an Kleinigkeiten gefehlt, dass die entscheidenden Tore nicht erzielt wurden und hinten individuelle Fehler passiert sind."
"Bin ein Trainer, der seine Ideen durchsetzen will"
Zu seiner persönlichen Spielphilosophie machte Koller keine detaillierten Angaben. "Ich lege viel Wert auf die Offensive und auch auf die Defensive, denn es kann nicht sein, dass alle nur nach vorne rennen. Es wird wichtig sein, dass wir mit hoher Konzentration und als ganze Mannschaft verteidigen. Wir wollen den Gegner so schnell wie möglich attackieren, damit wir oft in Ballbesitz sind", verriet der Schweizer und sprach auch über seinen persönlichen Zugang zu den Spielern. "Ich bin ein Trainer, der seine Ideen durchsetzen will, kann aber auch Kumpel sein. Es ist nicht so, dass ich alle mit der Peitsche vor mich her scheuche."
Wer künftig seinem Betreuerstab angehört, ließ der 55-fache Schweizer Internationale (3 Tore) offen. "Da werden in den nächsten Wochen Gespräche geführt." Spätestens bis Anfang November sollte aber das Trainerteam stehen, denn dann gibt Koller seinen ersten ÖFB-Kader bekannt.
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ÖFB-Team besiegte Hartberg 4:0
Die österreichische Fußball-Nationalmannschaft hat am Dienstagabend ein Testspiel auf einem Kunstrasenplatz in Hartberg gegen den Erste-Liga-Club TSV Hartberg mit 4:0 (1:0) gewonnen. Die Treffer in der zweimal 30 Minuten dauernden Partie erzielten vor rund 1.000 Zuschauern Maierhofer (8.), Hosiner (35.), Junuzovic (43.) und Royer (51.).
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Drei Nachnominierungen
Nach Emanuel Pogatetz (Rückenprobleme) und Martin Harnik (Muskelprobleme) musste Interimsteamchef Willi Ruttensteiner noch zwei Absagen hinnehmen. Die Salzburger Franz Schiemer (Nachwirkungen eines Sehnenrisses) und Jakob Jantscher (Knieprobleme) fallen ebenfalls für die Spiele gegen Aserbaidschan und Kasachstan aus. Dafür wurden Veli Kavlak, Stefan Kulovits und Neuling Georg Margreitter nachnominiert.















