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Zuletzt aktualisiert: 06.09.2011 um 06:00 UhrKommentare

"Strukturieren statt herumexperimentieren"

Deutschland ist als erste Nationalmannschaft neben den Gastgebern Polen und Ukraine für die EM 2012 qualifiziert. Die Niederlande und Spanien werden heute folgen, analysiert Ex-Sturm-Kicker Markus Schopp.

Beispiel guter Jugendarbeit: Mario Götze

Foto © APABeispiel guter Jugendarbeit: Mario Götze

Diese drei Länder sind in der Qualifikation ohne Punkteverlust geblieben und liegen auch in der aktuellen Weltrangliste ganz vorne.

Die Wurzeln ihres Erfolges findet man bei allen drei Nationen in ihrer erfolgreichen Jugendarbeit. Die letzten U19 und U21 Europameisterschaften wurden allesamt von den Niederlanden, Deutschland und Spanien gewonnen. In Spanien hatte die Jugendarbeit schon immer einen hohen Stellenwert. Dieser Bereich wurde nie belächelt und schon immer mit sehr guten Leuten und vor allem Trainern besetzt. Ein gemeinsames Konzept in der Spielphilosophie und im Spielsystem in allen spanischen Nationalteams ist meiner Meinung nach das Geheimnis ihres Erfolges.

Gute Jugendarbeit

Durch diese Gemeinsamkeiten sind Laufwege und Positionsspiel in den verschiedenen Altersklassen des Nationalteams immer dieselben. So können sich die jungen Spieler scheinbar mühelos ins Hauptnationalteam eingliedern und brauchen keine Zeit für Neuanpassung zu vergeuden.

Die Niederlande sind mit ihrer Tradition in der Jugendarbeit weltweit anerkannt. Ihre Erfolge lassen sich ebenso auf die gute Jugendarbeit zurückführen.

Deutschland hat zwar seit 1996 kein großes Turnier mehr gewonnen, sie waren aber öfters kurz davor. Im Zuge ihrer Erfolglosigkeit bei der EM 2000 deuteten sie die Zeichen der Zeit richtig und stellten die Ausbildung ihrer Jugendtalente auf neue Beine. Verfolgt man die positive Entwicklung der deutschen Nationalmannschaften aller Altersklassen, erkennt man, dass unseren Nachbarn bald wieder an ihre erfolgreichen Jahre anknüpfen werden.

Ich bin überzeugt, dass auch in Österreich der Erfolg mit den besten Leuten im Jugendbereich, mit der Bereitschaft zu Investitionen und mit einem einheitlichen Konzept in allen Altersklassen planbar ist. Den Nationalteams fehlt es an Trainingszeit, um sich auf ständig wechselnde Systeme einzustellen. Gelingt es uns, diese Idee in den Nationalteams aller Altersklassen durchzusetzen, werden die Erfolge kommen. Es fehlt nämlich nicht, wie so oft beklagt, nur an der Qualität der Spieler, sondern vor allem an einem gut durchdachten, gemeinsam entwickelten System.


ZUR PERSON

Markus Schopp (37) spielte für Sturm, Hamburger SV, Brescia, Salzburg und New York Red Bulls.

Die besten Nationalteam-Fotos

Austria nach 3:1 in Ried im Finale 

Austria nach 3:1 in Ried im Finale

 

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