Deutschland darf von Glück reden
Die Deutschen wissen, dass sie gegen Österreich viel Glück hatten. Löw war aber nicht streng und Gomez sehr glücklich. Von den deutschen Medien gab es viel Lob für die ÖFB-Elf.

Foto © APMario Gomez war erleichtert
Für Joachim Löw waren die 90 Minuten im Wiener Prater kein großes Vergnügen, sieht man von den letzten Sekunden nach dem deutschen Siegestreffer ab. Der Bundestrainer wurde mitunter sehr laut an der Seitenoutlinie, und da er manchmal die Coachingzone verließ, musste er sogar ermahnt werden. Weil er sich so sehr auf seinen Ärger über die Leistung der Eigenen konzentrierte, übersah er wohl ein wenig, dass Österreich keinen schlechten Tag erwischt hatte. Viel mehr als ein höfliches "Sie haben gut gekämpft und sind viel gelaufen" kam dem Teamchef mit praktischer Österreich-Erfahrung (Tirol, Austria) nicht über die Lippen. Eigentlich war es eine Nullaussage. Kämpfen und laufen darf im Fußball immer und überall vorausgesetzt werden.
Anerkennung der Medien
Wesentlich mehr Anerkennung gab es von den deutschen Medien, so war in der "Süddeutschen" sogar davon zu lesen, dass Österreich die Deutschen phasenweise "an die Wand" gespielt hätte. Ganz so wird es Löw wohl nicht gesehen haben, aber er war sich des Glücks in diesem Spiel bewusst und suchte nach Erklärungen für die mäßige Leistung seiner Elf. Allzu hart ging er bei der Analyse mit den Seinen jedenfalls nicht ins Gericht. "Man spürt, dass die Spieler nach einer langen Saison mit den Kräften am Limit sind", zeigte er Verständnis. Das finale Statement fiel positiv aus. Einen Sieg gegen Aserbaidschan vorausgesetzt, wäre das "eine insgesamt überragende Leistung in der Nach-WM-Saison. Wir haben fünf gute Spiele gemacht und jetzt ein bisschen Glück benötigt. Letztlich muss ich der Mannschaft ein Kompliment machen".
Für den Doppeltorschützen Mario Gomez dürfte der Abend im Prater die Wende in seiner Nationalteamkarriere gewesen sein. Der 25-jährige Stürmer hatte viel Schmach ertragen müssen seit der vergebenen Chance im EM-Duell 2008, als Gomez aus drei Metern das leere Tor verfehlt hatte. "Für das Pech, das ich damals hatte, hatte ich jetzt das Glück", freute sich der Spieler, der seine Position deutlich stärkte. Und: Gomez ist 25, Klose 33. "Für mich war Mario schon lange ein Stammspieler und er strotzt nach einer überragenden Saison vor Selbstbewusstsein", sagte Jogi Löw.










