Klagenfurt wurde aus dem Cup gekickt
Die Stadt verliert das Fußball-Cupfinale, weil der Oberrang des Wörthersee-Stadions aus behördlichen Gründen nicht benützbar ist. Länderspiele sind derzeit nicht in Gefahr.

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Die Pleiten-, Pech- und Pannenshow um das Wörthersee Stadion ist um eine Facette reicher: Das für 29. Mai ÖFB-Cupfinale kann nicht wie geplant in Klagenfurt gespielt werden. Das ist seit Dienstag fix.
"Der Oberrang steht nicht zur Verfügung, es fehlen die Bestätigungen der Behörden. Damit ist die notwendige Zuschauerkapazität nicht gegeben. Wir können das Cupfinale so nicht riskieren. Auch wenn es mir im Herzen leidtut", sagt Alfred Ludwig, Generaldirektor des Österreichischen Fußballbundes ÖFB.
Der festgelegten Strafe wegen Vertragsbruch von bis zu 100.000 Euro entgeht die Stadt dennoch. Laut Ludwig hatte man den ÖFB fristgerecht bis 1. April über die Probleme informiert. "Es ist niemand zu Schaden gekommen und wir verfügen mit dem Wiener Happel-Stadion über einen Alternativ-Standort. Das Positive ist, dass das Wörthersee-Stadion nun hoffentlich fertig gebaut wird. Klagenfurt ist und bleibt für uns ein wichtiger Standort", so Ludwig. Sollte das Stadion fertig sein, soll das Cupfinale wieder nach Kärnten wandern.
Ein Fiasko für die Stadt
Wie gefährdet ist nun eigentlich der Länderspielort Klagenfurt? Immerhin soll ja Österreich am 10. August ein Freundschaftsspiel gegen die Slowakei am Wörthersee bestreiten. "Nach derzeitigem Stand ist das Länderspiel nicht in Gefahr, auch dann nicht, wenn nicht die volle Kapazität genutzt werden kann. Es wird diesbezüglich aber noch Gespräche geben", betont Ludwig.
Für die Stadt ist der Verlust des Cupfinales ein Fiasko. Auch weil die FPK/SPÖ-Rathauskoalition erst im Vorjahr die Vereinbarung mit dem ÖFB unterschrieben hat, die sie jetzt nicht erfüllen kann. "Unsere Zusage war kein Fehler", sagt Bürgermeister Christian Scheider (FPK). Man sei machtlos gewesen, die "Baufirma hat uns bis heute keine Bestätigung gegeben, dass der Oberrang benutzt werden kann". Aufgebracht hat das Debakel um den Oberrang die Stadt selbst: Von ihr beauftragte Ziviltechniker sin nämlich bereits im Oktober 2010 zum Schluss gekommen, dass "für die Permanentmachung der vorhandenen Konstruktion Maßnahmen getroffen werden müssen", wie etwa zusätzliche Streben und Dämpfungselemente.
Features
Singen statt kicken
Das Konzert von Herbert Grönemeyer am 19. Juni im Stadion ist laut Bürgermeister Christian Scheider nicht gefährdet: "Grönemeyer braucht den Oberrang nicht. Ihm reichen Unterrang und Plattform."









