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Zuletzt aktualisiert: 09.10.2010 um 13:21 UhrKommentare

Didi fällt ein Stein vom Herzen

Bei Österreichs Fußball-Teamchef Dietmar Constantini war nach dem 3:0 in der EM-Qualifikation gegen Aserbaidschan erst einmal Durchatmen angesagt.

Fußball-Teamchef Dietmar "Didi" Constantini

Foto © ReutersFußball-Teamchef Dietmar "Didi" Constantini

Auf das 2:0 gegen Kasachstan im September folgte am Freitag im Wiener Happel-Stadion der zweite Pflichtsieg, womit sich der Druck auf den Tiroler verringerte, auch wenn er zu bedenken gab: "Als Teamchef hat man nie Ruhe."

Man habe "zwei sogenannte Testspiele" gewonnen, bemerkte Constantini nicht ohne Sarkasmus und Genugtuung und zeigte sich mit der Leistung seiner Mannschaft weitgehend zufrieden. "Das Spiel war phasenweise gut anzuschauen. Der Sieg war verdient, weil wir mehr dafür getan haben."

Trügerische Sicherheit

Allerdings musste der 55-Jährige auch die vielen Leerläufe vor allem in der ersten Hälfte eingestehen. "Es gab schlechte Phasen, wo wir zu viel wollten. Aserbaidschan hatte zeitweise zu viel Platz." Von einer positiven Auswirkung des herbeigesehnten schnellen Tores war zunächst nichts zu merken, gab Constantini zu. "Da ist dann manchmal eine trügerische Sicherheit da, und wir haben eben nicht diese Klasse, um 90 Minuten lang Top-Fußball zu bieten."

Nach den Angaben des Nationaltrainers wurde seine Mannschaft von Aserbaidschan stärker gefordert als von Kasachstan. Dass es nicht zu einer ähnlichen Zitterpartie wie vor einem Monat kam, hatte die ÖFB-Auswahl vor allem dem Doppel-Torschützen Marko Arnautovic zu verdanken. Der Werder-Legionär agierte diesmal nicht nur lässig, sondern auch effektiv. "Er war sehr diszipliniert, hat sich an die Taktik gehalten, die wir ausgegeben haben und sich in einen positiven Spielrausch gesteigert", analysierte Constantini.

An der Spielweise des 21-Jährigen wird der Coach nichts ändern. "Ich will ihn nicht bändigen und ihm seine Fersler überhaupt nicht austreiben. Die sind schön fürs Publikum, auch wenn sie nicht ungefährlich sind und auch in die falsche Richtung losgehen könnten." Arnautovic sei "vielleicht nicht so wie jeder andere, aber menschlich in Ordnung".

Tausch nicht von Constantini initiiert

Richtig ins Spiel fand der Ex-Inter-Mailand-Kicker erst, nachdem er mit Martin Harnik die Seiten gewechselt hatte und über links in die Mitte ziehen konnte. Dieser Tausch wurde nicht von Constantini initiiert, wie der Nationaltrainer erklärte, sondern passierte nach Absprache beider Spieler.

Davon unbeeinflusst wirkte Roland Linz in der ungewohnten Rolle als hängende Spitze bis zu seiner frühen Auswechslung wie ein Fremdkörper. "Doch er wird unterschätzt, was die Laufbereitschaft betrifft. Er musste viel nach hinten arbeiten, deswegen ist er nicht so zur Geltung gekommen", urteilte Constantini.

Teamchef-Lob gab es für Stefan Maierhofer. "Er hat für meine Begriffe gut gespielt", sagte der Tiroler, der den Duisburg-Legionär anstelle des verletzten Marc Janko als Solospitze aufgeboten hatte. Das Nationalteam muss auch am Dienstag in Brüssel gegen Belgien auf Janko verzichten. Der ÖFB-Kapitän verspürte in der Samstagvormittags-Einheit neuerlich einen leichten Stich und wird Montagfrüh zurück zu seinem Club Twente reisen. Constantini verzichtete auf eine Nachnominierung.

Aussichten für Belgien

Fix ist hingegen, dass sich Constantini nach dem planmäßigen Start auch in Brüssel einiges ausrechnet. "Dort gibt es drei Punkte zu holen. Wir werden schauen, dass wir das positiv erledigen." Die Belgier holten nach den Niederlagen gegen Deutschland und die Türkei mit dem 2:0 gegen Kasachstan am Freitag ihre ersten Punkte. "Dadurch sind sie sicher im Aufwind, aber wir auch", vermutete der ÖFB-Betreuer vor dem dritten Quali-Match, in dem es den zweiten Platz in Gruppe A hinter Deutschland zu verteidigen gilt.

Gegen Belgien könnte Franz Schiemer wieder ins zentrale defensive Mittelfeld rücken, nachdem er gegen die Aserbaidschaner in der Innenverteidigung agierte. Als Grund dafür gab Constantini an, er habe für Paul Scharner einen Platz im Zentrum gesucht. Deswegen rutschte Schiemer nach hinten und Aleksandr Dragovic, der im Trainingscamp in Bad Tatzmannsdorf stets mit Sebastian Prödl die zentrale Abwehr gebildet hatte, auf die Ersatzbank.


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Austria nach 3:1 in Ried im Finale 

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