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Zuletzt aktualisiert: 05.10.2010 um 21:12 UhrKommentare

Auf der Suche nach dem Erfolg

Teamchef Didi Constantini braucht in der kommenden Woche Erfolge. Ein paar Tipps, wie es vielleicht mit den Punkten klappen kann.

Welches System lässt ÖFB-Teamchef Didi Constantini derzeit wohl trainieren?

Foto © Reuters/FotoliaWelches System lässt ÖFB-Teamchef Didi Constantini derzeit wohl trainieren?

Gut aufgelegt ist er, ein sympathischer Kerl mit Humor und markigen Sprüchen. Man muss ihn mögen, den Menschen Dietmar Constantini. Er hat das Herz am rechten Fleck. Aber: Der Teamchef Dietmar Constantini wird es in den kommenden Tagen nicht leicht haben. Denn in den zwei EM-Qualifikationsspielen gegen Aserbaidschan (Freitag) und Belgien (Dienstag) zählt Sympathie nicht mehr - es geht nur um Tore, Punkte und eine anständige Leistung der österreichischen Nationalmannschaft und letztlich um Constantinis Zukunft als oberster Fußball-Lehrer des Landes.

Apropos Lehrer: Kritiker beginnen, Constantini Fehler vorzuwerfen. Wir versuchen es anders und suchen nach Möglichkeiten, wie das Team noch besser werden kann.

Mannschaft. Zu Beginn seiner Ära war klar, dass Didi Constantini auf der Suche ist - nach dem richtigen Personal, den richtigen Spielern. Jetzt, eineinhalb Jahre später scheint die Suche noch immer nicht beendet, es herrscht ein fröhliches Kommen und Gehen. Auch diesmal sind zwei Debütanten im Kader, was grundsätzlich nicht schlecht ist. Aber: Jede Mannschaft braucht einen eingespielten Stamm. Konstanz aufbauen.

Taktik. Constantini sagt, er habe ein "taktisches Grundgerüst". Er vielleicht, aber die Mannschaft scheint seine Ideen nicht zu verstehen. Constantinis System ist nicht immer den Spielern anpasst, die zur Verfügung stehen. Ein Beispiel: Andreas Ivanschitz war - auch im Vorjahr - zu langsam für die Position als hängende Spitze. Roland Linz, weniger als Laufwunder denn als Strafraumstürmer bekannt, durfte diese Rolle jetzt spielen. Ein Widerspruch.

Personalentscheidungen. Viele Entscheidungen trifft Constantini aus dem Bauch - wie etwa die über den Einser-Tormann. Es ist aber auch erlaubt, alle gesammelten Daten aller Teamaspiranten, die sicher peinlich genau erfasst und ausgewertet werden, in die Entscheidungsfindung aufzunehmen. Das Bauchgefühl kann nur einer von vielen Faktoren sein. Ein Beispiel: Ob Christoph Leitgeb die falsche Körpersprache hat, wie Constantini meint, darf nur dann zählen, wenn er fußballerisch nicht besser als alle Alternativen ist.

Spaßgesellschaft. "Lustig samma" im Team, das ist klar. Spaß haben wollen alle. Doch es gilt, im richtigen Moment mit Ernst zu arbeiten. Darin sollte der psychologisch talentierte Constantini Meister sein.

Leistungsabfall. Interessant: Mit Mainz erlebt Christian Fuchs in dieser Saison einen Höhenflug. Das Fachmagazin "Kicker" reiht ihn, gemessen am Durchschnitt aller Bewertungen und Einsätze, gar auf Rang sieben aller deutschen Bundesliga-Spieler ein. Aber: Im Team schöpfen er und viele andere, die bei ihren Klubs Leistungsträger sind, selten ihr Potenzial aus. Es ist zu hinterfragen, warum im Team-Dress keiner über sich hinauswächst. . .

Kritikfähigkeit. Als "sturer Tiroler" versteht Constantini zwar viel Spaß, aber wenig Kritik, wie es scheint. Der Gipfel war die aufkeimende "Privatfehde" zwischen dem Teamchef und einer Tageszeitung, die dem Teamchef Fehler aufzeigte, die dieser prompt von sich wies und eine Kampagne gegen seine Person ortete. Es stimmt schon: Österreich hat, wenn schon nicht acht, dann doch viele Millionen Teamchefs und jeder weiß, wie es geht. Am Ende entscheidet der Teamchef, doch er muss Zurufe und Kritik von außen ertragen können. Auch wenn sie nicht immer sachlich ist.

PETER KLIMKEIT, MICHAEL SCHUEN

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Austria nach 3:1 in Ried im Finale 

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