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Zuletzt aktualisiert: 08.09.2010 um 20:47 UhrKommentare

Die verlängerte Schonfrist

Teamchef Constantini weiß, was die Präsidenten wünschen. Also weiß er auch, was in knapp vier Wochen alles auf dem Spiel steht. Noch hat der Trainer das Vertrauen des ÖFB.

Didi Constantini

Foto © APADidi Constantini

Der Tag danach. Teamchef Didi Constantini sitzt im Garten des "Hotel Gmachl", und die Sonne hat ähnlich viel Mühe, sich gegen die Wolken durchzusetzen, wie Österreichs Nationalteam am Vorabend gegen die Kasachen. Eine Stunde noch, dann gibt's die nach einem Länderspiel obligate "Nachbesprechung" mit der Journaille. "Wer weiß, wer auf dem Podium gesessen wäre, wäre die Sache anders ausgegangen. Der Chef oder ich", sagt der Coach.

Der Chef, ÖFB-Präsident Leo Windtner, will sich diesbezüglich nicht äußern. "Ich probe keine Schreckensszenarien, aber über manche Dinge muss man reden. Etwa über den auch nach zwölf Spielen nicht erkennbaren Aufwärtstrend. Einzig positiv war, dass wir die Tore ganz unösterreichisch in der Nachspielzeit geschossen haben. Sonst machen das immer die Deutschen."

Der Druck wächst

Unmittelbar nach dem Match hatte das noch ein wenig anders geklungen, als Windtner auf die "Was wäre wenn"-Frage seufzend mit "Ich weiß es nicht, ehrlich . . ." geantwortet hatte.

So aber heißt der Trainer - zumindest bis vor dem Match gegen Aserbaidschan in einem Monat - weiter Constantini. Sollte da jedoch "wirklich" etwas passieren und sich eine ähnlich grauenvolle Leistung auch resultatsmäßig niederschlagen, könnte dem 60-Jährigen der Geduldsfaden tatsächlich reißen.

Nun stellt sich natürlich die Frage: Was soll sich ändern bis dahin? Ein taktisches Konzept wollte man ja schon im Vorfeld der Kasachstan-Partie gefunden haben, von dem allerdings nichts zu sehen war. Und da hatte man acht Tage Zeit, vor dem nächsten Match sind es vier und Aserbaidschan ist nicht schwächer.

Wie auch immer: Constantini atmet vorerst tief durch, verteidigt Personalentscheidungen wie Kavlak im Zentrum und Linz als hängende Spitze. Eine Führungspersönlichkeit, die das Spiel in schwierigen Phasen ordnen könnte, die würde es leider im Moment nicht geben. "Drei, vier Spieler gibt es, die das Heft in die Hand nehmen. Aber bisher nur in der Kabine."

Durchhalteparolen sind also angesagt. Wieder einmal. Auf ein Wiedersehen in vier Wochen.

ACHIM SCHNEYDER

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