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Zuletzt aktualisiert: 12.08.2010 um 21:05 UhrKommentare

Baustellen sind unerwünscht, aber leider vorhanden

Ab jetzt wird es ernst. Das nächste Spiel am 7. September ist schon Teil der EM-Qualifikation. Wo steht Österreichs Team nach dem letzten Test? Eine Bestandsaufnahme.

Foto © APA

Verpatzten Generalproben sollen im Allgemeinen ja gelungene Premieren folgen. Was im Falle des ÖFB-Teams nur zu wünschen wäre. Schließlich ist das nächste Match keine freundschaftliche Angelegenheit mehr, sondern der Beginn der EM-Qualifikation gegen Kasachstan am 7. September. Eine Standortbestimmung nach dem 0:1 gegen eine Schweizer Elf, die nicht in Bestbesetzung, sondern mit vier U21-Spielern antrat:

Torhüter: Christian Gratzei war ein Lichtblick. Am Gegentor schuldlos und sonst in einigen brenzligen Situationen bombensicher. Auch Teamchef Didi Constantini lobte ihn: "Christian hat uns noch nie enttäuscht, wenn er gespielt hat." Allerdings wollte er sich noch nicht auf eine Nummer eins für die Qualifikation festlegen - es gibt auch noch Macho.

Abwehr: Die Innenverteidigung mit Prödl und Pogatetz hat in dieser Konstellation noch nie zusammengespielt und wirkte nicht immer sattelfest. Trotzdem war Constantini mit beiden recht zufrieden - die Ansprüche scheinen nicht in den Himmel zu wachsen. Dragovic könnte hier eine Alternative sein. Fuchs spielte (abgesehen vom vergebenen Elfmeter) eine passable Partie links außen. Von Ekrem Dag auf der anderen Seite kann man das weniger behaupten, da wirkte Klein viel sicherer. Man darf aber davon ausgehen, dass das nicht die Abwehr war, die gegen Kasachstan einlaufen wird. Constantini meinte selbst: "Ein Testspiel ist dazu da, um etwas auszuprobieren."

Mittelfeld: Vor der Pause eine Baustelle, auch wenn der Teamchef immer betont, dass er nichts von Baustellen wissen will. Wolf war auf der rechten Seite meist überfordert und hat sich nicht gerade aufgedrängt. Ab der Einwechslung von Korkmaz zur Halbzeit lief es besser. Mit dem Frankfurt-Legionär ist als Fixstarter zu rechnen, laut Constantini hat er nur deshalb nicht begonnen, weil ihn eine Mittelfußprellung plagte. Auf Jantscher und Junuzovic zählt der Teamchef auch: "Sie haben das Potenzial, ein Spiel zu lenken." Sein Wort in Gottes Ohr, denn viele Alternativen im Kreativbereich hat er nicht. Baumgartlinger und Schiemer? Eher unauffällig.

Angriff: Die Chancenauswertung bleibt ausbaufähig. Jimmy Hoffer merkte man an, dass er ein Jahr lang kaum gespielt hat. Harnik brachte frischen Wind plus einen Elfmeter und konnte überzeugen. Er ist eine Alternative zu Janko, der verletzt gefehlt hat. Oder eine Ergänzung, denn es könnte in Zukunft wieder zwei Spitzen geben. Das Thema Elfmeterschützen bewegte übrigens auch den Coach. Bei der Frage, wen er als nächsten schießen lassen wolle, bewies er Humor: "Das frage ich mich auch", war die Antwort.

Fazit: Auch Constantini war klar: "25 Minuten stark spielen ist zu wenig, da hat man gegen die Großen keine Chance. Man muss ehrlich sagen, dass das nicht genug war." Wenigstens verfällt der Teamchef selbst nicht in die österreichische Krankheit des Schönredens, die bei 25 passablen Minuten immer droht. Eine deutliche Steigerung ist Pflicht.

ALEXANDER NIGGAS

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