U19-EM als Bühne für die Stars von Morgen
Die am Sonntag in Frankreich beginnende U19-EM ist die Bühne für die Fußball-Stars von Morgen. Die Liste weltbekannter Spieler, die vergangenen UEFA-Jugend-Turnieren ihren Stempel aufgedrückt haben, ist lang.

Foto © APMichael Owen begann seine Karriere 1996 mit 17 Jahren beim FC Liverpool, zuvor spielte er für Englands Nachwuchs
Darauf stehen u.a. Namen wie Fernando Torres, Thierry Henry, Paul Scholes, Michael Owen, Francesco Totti oder Andres Iniesta. Nun bietet sich für zahlreiche vielversprechende Talente die Chance, in die Fußstapfen dieser großen Spieler zu treten.
Der automatisch qualifiziert gewesene Gastgeber Frankreich hat ein großes Ziel. "Wir wollen das Image des französischen Fußballs wieder ein wenig aufpolieren", erklärte Teamchef Francis Smerecki angesichts des beschämenden Auftritts des A-Teams bei der WM in Südafrika. Der bekannteste Mann im Aufgebot der Jung-Equipe ist Gael Kakuta. Der Stürmer ist der jüngste Champions-League-Spieler in der Geschichte des englischen Top-Clubs Chelsea.
Die Niederländer wollen sich hingegen sehr wohl an den jüngsten Leistungen der Großen orientieren. "So wie jedes andere Team hier wollen auch wir den Titel", verkündete Bondscoach Wim Van Zwam, der solch ein Turnier aber vor allem als perfekte Bühne für die Youngsters sieht. "Das ist die Chance, sein Können unter Beweis zu stellen." Das gilt auch für seinen offensiven Mittelfeldspieler Ricky van Haaren, der bei Feyenoord Rotterdam bereits in der Kampfmannschaft mitmischt.
Underdog
Österreich wirkt wie der große Underdog im Konzert der Großen. "Die Qualifikation war bereits ein riesiger Erfolg. Wir haben es in den Kreis der größten Fußball-Nationen geschafft, das ist eine außergewöhnliche Chance für uns. Jetzt wollen wir weitere Überraschungen liefern", meinte Nationaltrainer Andreas Heraf. Für internationale Schlagzeilen hat bereits Bayern Münchens österreichischer Jung-Star David Alaba gesorgt.
Österreichs Auftakt-Gegner England besticht auf den ersten Blick vor allem durch körperliche Präsenz. Das gilt auch für Teamchef Noel Blake, der ohne weiteres auch als Mike-Tyson-Double durchgehen würde. "Aber wir sind auch technisch stark, das wollen wir beweisen. Wir werden offensiv spielen", versprach Blake. Für die Tore soll vor allem Nathan Delfouneso sorgen, der Aston-Villa-Stürmer hat in seinen bisherigen 21 U19-Länderspielen zehn Mal getroffen.
Ebenfalls einen heißen Kandidaten auf den Titel des Torschützenkönigs hat Italien in seinen Reihen. Mattia Destro von Inter Mailand hat in der Qualifikation in fünf Partien gleich acht Mal zugeschlagen. "Dieses Turnier ist wichtig für die Zukunft des italienischen Fußballs", weiß Headcoach Massimo Piscedda angesichts der Tatsache, dass die Squadra nach dem WM-Debakel in Südafrika vor einem großen Umbau steht.
Wieder Spanien
Der Nachwuchs des amtierenden Weltmeisters Spanien gehört bei jedem Turnier zu den Topfavoriten, so ist es natürlich auch diesmal. "Die ganze Welt weiß, wie Spanien Fußball spielt. Diesem Ruf wollen wir gerecht werden", versprach Teamchef Luis Milla. Die Spanier können dabei u.a. auf Sergio Canales zählen, der nach seinen Leistungen für Santander von halb Europa gejagt wurde. Den Zuschlag erhielt niemand Geringerer als Real Madrid (Vertrag bis 2016).
Zum ersten Mal an einer U19-EM nimmt Kroatien teil. In der Quali blieben Anton Maglica (NK Osijek) und Co. als einziges Team ohne Punkteverlust. Ähnlich wie Heraf sieht dennoch auch der kroatische Coach Ivan Grnja sein Team in der Rolle des gefährlichen Außenseiters. Oberste Priorität hat der dritte Platz in der Gruppenphase, der das Ticket für die U20-WM 2011 in Kolumbien bedeuten würde. Größer sind die Erwartungen traditionell in Portugal, die heißeste Zukunftsaktie im Team von Ilidio Vale ist Angreifer Nelson Oliveira (Benfica Lissabon).









