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Zuletzt aktualisiert: 09.02.2010 um 12:19 UhrKommentare

Bundesliga-Trainer einig: ÖFB-Team in schwieriger Gruppe

Die Erwartungshaltung ist laut Pacult und Daxbacher zu hoch. Gludovatz glaubt an die Quali: "Keine unrealistische, sondern Top-Chance".

Peter Pacult

Foto © GEPAPeter Pacult

Deutschland, die Türkei, Belgien, Kasachstan und Aserbaidschan - der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft stehen auf dem Weg zur EM-Endrunde 2012 in Polen und der Ukraine hohe Hürden bevor. Dieser Meinung sind auch die zehn Cheftrainer der heimischen Bundesliga. Der Großteil von ihnen sprach in einer Umfrage der APA - Austria Presse Agentur nach der Auslosung von einer "attraktiven" bzw. "schweren" Qualifikations-Gruppe.

Zwar trauen einige seiner Kollegen Teamchef Dietmar Constantini und seiner radikal verjüngten Mannschaft die erfolgreiche Qualifikation und damit eine Überraschung zu. Die Erwartungshaltung sei aber grundsätzlich zu hoch, kritisierten etwa die Trainer der beiden Wiener Großclubs. "Wir sollten uns keinen Illusionen hingeben. Die Forderung an Constantini, sich zu qualifizieren, kann ich nicht nachvollziehen", erklärte Austria-Coach Karl Daxbacher.

Unabhängig von den Gegnern gehöre Österreich in der EM-Quali immer zu den Außenseitern, meinte Daxbacher. Rapid-Kollege Peter Pacult pflichtete ihm bei: "In Österreich wird von der Öffentlichkeit immer die Latte hochgelegt und dabei außer Acht gelassen, dass wir 61. der Weltrangliste sind." Abgesehen von EM-Finalist Deutschland (6.) sind im FIFA-Ranking aber auch die weiteren aussichtsreichen Konkurrenten Türkei (42.) und Belgien (66.) keine Überflieger.

Topfavorit Deutschland

Das DFB-Team ist in Gruppe A der Topfavorit. Darüber sind sich die Bundesliga-Trainer weitgehend einig. "Normal ist Deutschland der hohe Favorit, aber dahinter ist alles offen", sagte Sturm-Coach Franco Foda über seine Landsleute. Im Kampf um Platz zwei, das erklärte ÖFB-Ziel, um im Play-off um ein EM-Ticket spielen zu dürfen, ist die Lage tatsächlich differenzierter zu betrachten.

Als Schlüsselgegner sieht der Großteil der zehn Befragten die Türkei, die laut Daxbacher und Mattersburgs Franz Lederer nicht mehr über eine so starke Mannschaft verfüge wie noch vor wenigen Jahren. Der neue Wr.-Neustadt-Betreuer Peter Schöttel dagegen warnte vor den Türken. "Die Türkei ist der stärkste Gegner aus Topf zwei", meinte der Ex-Rapidler. "Auch Belgien aus Topf vier ist nicht leicht - da hätte es angenehmere Gegner gegeben."

Beeinflussbar sei die Auslosung allerdings ohnehin nicht gewesen. Mit dieser Begründung hatte sie schon Constantini am Sonntag betont gelassen zur Kenntnis genommen. Eine Überraschung trauen dem ÖFB-Team neben Salzburg-Trainer Huub Stevens auch Kapfenbergs Werner Gregoritsch und Kärntens Joze Prelogar zu. "Das Ziel muss der zweite Gruppenplatz sein", betonte Prelogar. Außenseiterchancen räumten dem Nationalteam auch Schöttel und Lederer ein.

Ried-Coach Paul Gludovatz legte die Latte weitaus höher. "Ich sage, wir werden uns qualifizieren. Das ewige Jammern kann ich nicht mehr hören. Wir haben keine unrealistische, sondern eine Top-Chance", meinte der Burgenländer, der den ÖFB-Nachwuchs 2007 sensationell zu Platz vier bei der U20-WM geführt hatte. Aus den Spielen gegen Belgien, Kasachstan und Aserbaidschan forderte Gludovatz "bei einer entsprechenden Vorbereitung" 18 Punkte. "Und wer sagt, dass wir nicht auch gegen Deutschland punkten können?"


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