Spanien erteilt ÖFB-Elf eine Lehrstunde
Das böse Erwachen: Österreichs Team führte gegen Europameister 1:0 und ging zum Jahresfinale mit 1:5 unter.

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Eine gefährliche Mischung wird zusammengebraut, wenn sich Frustration und Übermut paaren. So erging es den österreichischen Teamfußballern im letzten Länderspiel dieses Jahres gegen Spanien, das weitaus weniger freundschaftlich ausfiel, als es die Überschrift zu einem solchen Match vermuten ließe. Die Österreicher ließen zudem einen urplötzlich eingetretenen Überraschungseffekt ungenützt verstreichen. Und so kam es, dass die Partie trotz einer frühen rot-weiß-roten Führung - oder vielleicht auch wegen dieser - zugunsten der Mannschaft entschieden war, die an gleicher Stelle im damals vollen Happel-Stadion 17 Monate zuvor den Europameistertitel geholt hatte. Nicht ganz zufällig, wie die Österreicher an einem fast lauen Abend im Spätherbst hautnah miterlebten. Der iberische Spielfluss mündete in ein dem fußballerischen Abstand angemessenes, aber bitteres Debakel.
Kurze Freude über Traumstart
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Dabei hatte alles wunderbar begonnen für die Heimischen und es mag die Spanier einigermaßen verblüfft haben, wie ein gewisser Roman Wallner zwei ihrer Leute (Arbeloa und Busquets) mit einem Haken aushebelte, auf Jantscher zielte und dieser mit Ball-Ablenkung durch Sergio Ramos zum 1:0 einnetzte. Doch damit war sie auch schon wieder abgelaufen, die Zeit der österreichischen Fußball-Herrlichkeit. Der Stier war gereizt, er hatte den Gastgebern nur eine Gnadenfrist gewährt. Spanien besann sich der Klasse und für die Constantini-Mannschaft nahm das sportliche Unheil seinen Lauf. Leitgeb, noch übermotiviert durch den unvermuteten Vorsprung, sprang voller Elan in den Ball, den er aus der Kontrolle verlor, was die Spanier nur zwei Minuten nach dem 1:0 zum Ausgleich nützten. Die Bemühungen der Österreicher erschöpften sich in der Folge in der Beobachtung des mit Leichtigkeit aufspielenden Gegners. Und es war der Frust des Zuschauers, der Pehlivan (wie zuvor schon Wallner) zu einer Attacke veranlasste, die mit Rot aber zu hart bestraft wurde.
Die Spanier demonstrierten Fußball in Reinkultur, während die Österreicher auch der durch den Ausschluss gestellten Aufgabe "Schadensbegrenzung" nicht gewachsen waren. Zu schnell operierten die Spanier auf dem Feld, die Heimischen kamen über das Bemühen nicht hinaus.
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Fakten
Österreich - Spanien 1:5 (1:3)
Ernst-Happel-Stadion, 32.000, SR Florian Meyer/GER
Torfolge:
1:0 (8.) Jantscher
1:1 (10.) Fabregas
1:2 (20.) Villa
1:3 (45.) Villa
1:4 (55.) Güiza
1:5 (57.) Pablo Hernandez
Österreich: Gratzei - Garics, Dragovic, Scharner, Fuchs - Hölzl
(46. Patocka), Leitgeb (37. Baumgartlinger), Pehlivan, Jantscher
(60. Kavlak)- Janko (62. Hoffer), Wallner (68. Alaba)
Spanien: Casillas (46. Reina) - Ramos, Albiol, Marchena, Arbeloa -
Fabregas, Busquets (60. Iraola), Xavi (46. Pablo Hernandez) - Silva
(46. Negredo), Villa (46. Güiza), Iniesta (46. Navas)
Gelbe Karten: Wallner bzw. Busquets, Fabregas
Rote Karte: Pehlivan (27./Foul)











