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Zuletzt aktualisiert: 07.11.2009 um 11:15 UhrKommentare

Heftige Kritik von Stranzl an Teamchef Constantini

Martin Stranzl kritisiert die Personalentscheidungen von Constantini und wirft dem Teamchef vor, mit zweierlei Maß zu messen. Er spielt dabei auf die Einberufung von Hoffer an.

Martin Stranzl

Foto © APAMartin Stranzl

Martin Stranzl hat den österreichischen Fußball-Teamchef Dietmar Constantini aufgrund dessen Personalpolitik heftig kritisiert. Der Legionär von Spartak Moskau, der vom Tiroler ebenso wie Andreas Ivanschitz nicht für das Spanien-Länderspiel einberufen worden war, warf dem Nationaltrainer gegenüber der APA - Austria Presse Agentur unter anderem vor, bei der Kadernominierung mit zweierlei Maß zu messen und würde sich mehr Aufrichtigkeit wünschen.

Die von Constantini oft beschworene Linie ist für Stranzl nicht erkennbar. "Eine Linie hat er eigentlich nur bei Andi (Ivanschitz) und mir. Ansonsten frage ich mich schon, nach welchen Kriterien der Kader zusammengestellt wird."

Welche Kriterien?

Während der Teamchef für das Spanien-Match den in den vergangenen Wochen auf die Tribüne verbannten Erwin Hoffer einberief, verzichtete er neben DFL-Topscorer Ivanschitz auch auf Stranzl, obwohl der 29-Jährige beim aktuellen Zweiten der russischen Liga einen Stammplatz hat. "Eigentlich hat es geheißen, dass er nur Spieler holt, die auch bei ihrem Verein zum Einsatz kommen. Jetzt aber sind auch solche dabei, die überhaupt nicht spielen", wunderte sich der Innenverteidiger.

Stranzl wurde in dieser Woche von Constantini über seine Nicht-Berücksichtigung informiert. "Er hat mich angerufen und mir gesagt, dass er mich nicht dazunehmen kann, weil er keinen anderen weglassen will." Daraus zog der Innenverteidiger den Umkehrschluss: "Ich sehe das so, dass ich nicht gebraucht und gewollt werde. Er soll mir das direkt sagen. Dann ist der Kas' gegessen und ich kann mich mehr auf meine Familie und meinen Verein konzentrieren."

Ehrlichkeit

Dadurch würde sich Constantini laut Stranzl auch einige öffentliche Diskussionen ersparen. "Er sollte so ehrlich sein und sagen, dass er mit anderen Spielern plant. Dann gibt es nicht vor jedem Spiel ein Theater", meinte der Burgenländer auch mit Blick auf Ivanschitz. "Ich habe immer ehrlich meine Meinung gesagt und würde mir auch einen dementsprechenden Umgang mir gegenüber wünschen."

Stranzl wurde im ersten Constantini-Match am 1. April wegen mangelnder Spielpraxis aussortiert. Beim 0:1 im Juni in Serbien war er wieder mit von der Partie, dann sagte er für das August-Match gegen Kamerun wegen einer Blessur ab und wurde dafür von Constantini öffentlich gerüffelt. "Dabei war das mit ihm so abgesprochen", sagte der Abwehrspieler, der die September- und Oktober-Spiele in der WM-Qualifikation wegen einer Knieverletzung versäumte.

Bei aller Kritik an Constantini würde Stranzl dennoch jederzeit für die ÖFB-Auswahl zur Verfügung stehen. "Wenn ich einberufen werde, komme ich sofort. Ich spiele ja nicht für Constantini oder irgendeinen anderen, sondern für Österreich."


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