Martin Pucher: "Aus Zwang bescheiden bleiben"
Bundesliga-Chef Martin Pucher blickt vorsichtig optimistisch in die Zukunft des heimischen Kicks.

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In wenigen Tagen beginnt eine neue Saison. Wohin steuert die Bundesliga in wirtschaftlich so stürmischen Zeiten wie diesen?
MARTIN PUCHER: Ich glaube, dass die Liga in den letzten Jahren eine gute Entwicklung durchgemacht hat. Immerhin haben in der vorvergangenen Saison sieben von zehn Klubs positiv bilanziert, das ist eine hohe Zahl. Die Vereine agieren, wenn man einmal von Salzburg absieht, im Rahmen ihres im internationalen Vergleich bescheidenen Umfangs, auch bedingt durch die schärferen Lizenzbestimmungen mit der Möglichkeit des Zwangsabstiegs und die größere Transparenz. Beim Kreditschutzverband muss alles aufliegen und es kann auch Einsicht genommen werden. Aber wir sind natürlich nicht im Schlaraffenland.
Der Versuch einer Reform mit einer Aufstockung der zweithöchsten Spielklasse ist vor kurzem gescheitert. Sie waren dagegen, mit welcher Begründung?
PUCHER: Aus rein sportlichen Überlegungen würde viel für eine 16er-Liga sprechen, aber wenn man die wirtschaftliche Seite darüber legt, sieht es wieder ganz anders aus, es lohnt sich nicht, und das kann ich nicht getrennt betrachten. Es wird immer Leute geben, die auf Teufel komm raus hinauf wollen, und alles ist nicht kalkulierbar.
Die größeren Vereine wie Salzburg, Austria oder Rapid argumentieren, dass sie für ihre Amateure keine Plattform mehr haben.
PUCHER: Es gibt viele Beispiele, wo Spielern der Sprung aus der Regionalliga in die höchste Spielklasse geglückt ist. Pehlivan bei Rapid zum Beispiel, oder auch Sturm hat da einiges zustande gebracht. Bei uns in Mattersburg haben fünf Spieler ein Jahr vor dieser Saison noch in der Regionalliga gekickt.
Ist für Sie die Umstellung im Meisterschafts-Rhythmus auf einen Betrieb von Frühjahr bis Herbst ein Thema?
PUCHER: Zum jetzigen Zeitpunkt sicher nicht. Ich weiß, wir sind eine Alpenrepublik, aber so sehr an Deutschland gekoppelt, dass ich das schon aus diesem Grund ausschließe. Auch die anderen Nachbarn denken nicht an diese Variante. Grundsätzlich ist was dran an dieser Idee, aber aufgrund der internationalen Spielpläne wären die Probleme ungleich größer. Und der Prozentsatz von Spielabsagen ist verschwindend gering.
Wie vereinbar ist Ihre Funktion als Bundesliga-Präsident mit jener eines Vereinsobmanns?
PUCHER: Ich bin es leid, darüber zu reden, aber ich habe mich nicht selbst gewählt. Ich bemühe mich, so objektiv wie möglich zu agieren. Und ich glaube, bei vielen Themen kann das Wissen eines Insiders nicht schaden.





