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Zuletzt aktualisiert: 03.02.2012 um 09:44 UhrKommentare

Fuchs: "Einige spielen bei uns für ein Butterbrot"

Kapfenberg-Präsident Erwin Fuchs über die Neuen, die Finanzen, schwierige Entscheidungen und die "Nichtstuer" in Mattersburg. "Große Fehler haben wir nicht gemacht, es waren viele Kleinigkeiten ausschlaggebend."

KSV-Präsident Erwin Fuchs

Foto © GEPAKSV-Präsident Erwin Fuchs

Kapfenberg hat sechs neue Spieler verpflichtet, ein siebenter könnte noch kommen. Kann man sagen, dass der KSV im Frühjahr ein völlig neues Gesicht haben wird?

ERWIN FUCHS: Ein ,neues Gesicht' ist übertrieben, ein ,neuer Schwung' ist besser. Die neuen Spieler gehen unbelastet ins Spiel. Diese innere Angst, hinten jederzeit ein Tor bekommen zu können, haben sie nicht. Diese Belastung ist weg.

Welchen Eindruck machen die Neuzugänge auf Sie?

FUCHS: Nathan Junior ist vorne immer für ein Tor gut, Babangida war schon in der Türkei in den Tests extrem stark. Außerdem tut er der Mannschaft als Spaßvogel gut. Vorne haben wir jetzt sicher die Qualität, jederzeit ein Tor zu machen. Das Wichtigste aber ist, dass wir hinten besser stehen. Wir haben die meisten Tore bekommen, das geht nicht. Noch ist es zu früh, aber vom Gesamteindruck würde ich sagen, wir sind deutlich stärker geworden.

Was sich viele fragen: Wie kann sich Kapfenberg so viele neue Spieler überhaupt leisten?

FUCHS: Die Wahrheit ist, wir haben in der Transferbilanz sogar ein leichtes Plus gemacht.

Wie ist das möglich?

FUCHS: Alle Neuen waren ablösefrei zu haben, zudem haben sie nur Verträge von Februar bis Mai. Die sieben Spieler, die wir abgegeben haben, hätten wir bis Juni bezahlt. Die Neuen hätten woanders gar keine Chance mehr bekommen. Oder kein Geld. In der Slowakei ist der Markt zum Beispiel völlig eingebrochen, die Spieler warten seit Sommer auf ihr Gehalt. Die spielen bei uns jetzt im Vergleich dazu um ein Butterbrot. Aber sie sind froh, dafür wenigstens pünktlich ihr Geld zu bekommen.

Jetzt hat Kapfenberg sehr viele Legionäre im Kader. . .

FUCHS: (lacht) Ja, auf den Österreicher-Topf brauchen wir nicht mehr schauen. Aber was bringt es, wenn wir die Österreicher-Wertung gewinnen, aber absteigen? Wir verlieren vielleicht 50.000 Euro. Aber das ist jetzt kein Thema. Es dürfen ohnehin nur sechs Legionäre spielen. Außerdem zählen unsere Jungen wir Grgic und Gregoritsch in der Wertung doppelt.

Abstiegskonkurrent Mattersburg hat in der Transferzeit gar nichts getan. Wie beurteilen Sie das?

FUCHS: Mattersburg hat völlig Recht! Das hätte ich in ihrer Situation auch so gemacht. Zu viele Zu- und Abgänge im Winter sind ohnehin nicht normal.

Im Rückblick: Haben Sie und Ex-Trainer Werner Gregoritsch im Sommer Fehler in der Kaderplanung gemacht?

FUCHS: Hm, ich glaube, wir müssen uns keinen Vorwurf machen. Entscheidend war, dass wir dachten, mit Matej Mavric auf Jahre hinaus einen Leithammel gefunden zu haben. Seine Referenzen waren top: Norwegen, Deutschland, Nationalspieler, mit Slowenien bei der WM. Vielleicht hätten wir hellhörig werden sollen, weil er von einem Abstiegsklub gekommen ist? Aber manchmal passt es halt nicht. Große Fehler haben wir nicht gemacht, es waren viele Kleinigkeiten ausschlaggebend. Vielleicht war es falsch, Robert Gucher in einer sehr wichtigen Phase für die U20-WM freizugeben und abzustellen. Kleinigkeiten eben. . .

Sie waren letztlich gegen eine Zukunft mit Mavric?

FUCHS: Ich habe mir eine DVD zusammenschneiden lassen. Bei zehn Niederlagen war er neun Mal beteiligt. Wenn man eine Krise durchlebt, muss man Entscheidungen treffen. Nicht zu entscheiden, ist das Falscheste. Ich habe die Verantwortung und ich habe entschieden. Ob richtig oder falsch, wird man sehen. Wenn ich richtig liege, okay. Wenn nicht, steigen wir ab.

Wie wird das Frühjahr Ihrer Ansicht nach verlaufen? Was erwarten Sie, was wünschen Sie sich?

FUCHS: Man darf nicht erwarten, dass wir alle Spiele gewinnen. Der Anfang wird hart. Wenn wir verlieren, wird man Geduld brauchen. Die Mannschaft muss sich erst einspielen. Aber ich bin überzeugt, dass wir nicht absteigen. Bei der guten Basis, die bei uns vorhanden ist, darf das nicht passieren. Wir wollen das Ruder herumreißen. Mein erster Wunsch ist klar: in der ersten Runde auswärts bei der Admira nicht zu verlieren.

INTERVIEW: CHRISTOPH HEIGL

KSV: Alle Spiele, alle Tore

Mattersburg - KSV 2:0 

36. Runde, tipp3-Bundesliga



Der KSV im Bild

Bundesliga-Finale: Die besten Bilder 

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tipp3-Bundesliga Erste Liga

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2. Rapid Wien 36 52:30 62
3. Admira 36 59:52 55
4. Austria Wien 36 52:43 54
5. Sturm Graz 36 46:41 51
6. Ried 36 44:38 48
7. W.Innsbruck 36 36:45 45
8. Mattersburg 36 41:43 38
9. Wr. Neustadt 36 26:51 33
10. Kapfenberg 36 21:64 23

SV Kapfenberg

Präsident: Erwin Fuchs
Trainer: Thomas von Heesen

 

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