Keine Angst vor der Mausefalle
Am Sonntag ist in Kapfenberg Revanche für das 2:3 in Hütteldorf angesagt. Mit einer robusten KSV-Abwehr, die aber rein gar nichts von Klagen im Fußball hält.

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Geschlossen wird Kapfenberg auftreten. So wie in der Vorwoche, als man als bessere Mannschaft gegen Rapid 2:3 verlor. Auf den Sieges-Torschützen Jan Vennegoor of Hesselink wird man ein besonderes Auge haben. Geschlossen verspricht die KSV-Defensive: "Volle Härte. Aber volle Fairness." Von den Ermittlungen der Rieder Staatsanwaltschaft wegen des Fouls des Holländers an Stefan Lexa hält man in Kapfenberg nämlich nichts. "Das ist Fußball, das ist Männersport", meint Milan Fukal. Mögliche juristische Folgen eines Fouls oder einer Verletzung hat keiner im Hinterkopf. "Daran habe ich noch nie gedacht", schwört Jungprofi Manfred Gollner, "im Zweikampf denke ich nie an Verletzungen."
Manuel Schmid findet klare Worte: "Fouls sind Berufsrisiko." Als Kitzbüheler und Ex-Rennläufer hat er einen Vergleich parat: "Wenn ein Abfahrer auf der Streif stürzt, kann er ja auch nicht die Mausefalle verklagen." KSV-Tormann Raphael Wolf erinnert daran, dass selbst das Foul an Salzburg-Keeper Gustafsson keine Klagen zur Folgen hatte, "und das war echt grob." Und wenn man selbst der Betroffene ist, die Karriere auf dem Spiel steht oder mit einer Attacke beendet wird? "Ja, das ist die Frage", wird Umut Kocin nachdenklich. "Wenn man selbst betroffen ist, weiß man nicht, wie man reagiert."
Eines ist für alle KSV-Profis klar: Drohungen können nie als Beweis gelten. "Das gehört zum Fußball dazu, das sind Emotionen und Provokation. Aber das meint man nicht ernst", versichert Fukal.
"Fouls gehören dazu"
Für Kapfenbergs Klubanwalt Maximilian Gutschreiter ist die Diskussion grundfalsch. "Alle Juristen schütteln den Kopf. Die Sache ist klar: Was am Feld im Rahmen der Regeln passiert, ist Fußball. Da gehören auch Fouls dazu. Außerdem hat sich in der Lexa-Causa die Staatsanwaltschaft von selbst eingeschaltet." Nur wenn Fouls außergewöhnlich brutal sind, kann die Sache vor Gericht enden. Wie die Causa Didulica/Lawaree im Jahr 2005. Der Austria-Tormann wurde wegen fahrlässiger Körperverletzung zu 60.000 Euro Strafe verurteilt, in zweiter Instanz aber freigesprochen. Er spendete dann an die Kinder-Dialysestation des AKH und Lawaree verzichtete im Gegenzug auf Ansprüche.
Schnee von gestern. Bei Kapfenberg gegen Rapid geht es heute um Tore, schönen Fußball und - aus steirischer Sicht - um die Revanche für den schwer verdaulichen Happen im Hanappi.


















