Der Aufstand der frechen Fußballzwerge
Ried führt nach fünf Runden die Tabelle in der Fußball-Bundesliga an. Innsbruck ist noch ungeschlagen, Kapfenberg mischt ebenfalls mit.

Foto © GEPADeni Alar und der KSV setzen zu Höhenflügen an
Wenn am kommenden Samstag der SV Ried den Kapfenberger SV empfängt, dann spielt der Tabellenführer gegen den Bundesliga-Fünften. Ein Spitzenspiel. Das war vor wenigen Monaten noch nicht zu erwarten. Ried legte genervt vom Hickhack um die Demontage des Denkmals Herwig Drechsel ein ganz schlechtes Frühjahr hin, Kapfenberg kämpfte mit allen Mitteln um den Klassenerhalt.
Die Rieder feierten nun mit dem 5:0 in Wiener Neustadt den vierten Erfolg in Serie und egalisierten damit ihren höchsten Auswärtssieg. Ein perfekt einstudiertes System (3-3-3-1), schnelles Spiel und gute Neuzugänge (die Spanier Guillem und Carrill trafen gegen Wr. Neustadt) sind Erfolgsfaktoren. Allzu euphorisch ist man im Lager der Oberösterreicher aber trotz des ausgezeichneten Saisonstarts nicht. "Ich bin Realist genug, um zu wissen, dass mit unserem überschaubaren Budget auf Dauer gesehen nicht allzu viel möglich ist", stapelte Trainer Paul Gludovatz tief. Und Stefan Lexa fügte hinzu: "Wir haben Wiener Neustadt eine Lehrstunde erteilt. Wir wissen aber, dass der erste Platz nur eine Momentaufnahme ist."
Gregoritsch: "Es ist wunderschön"
Nach dem 1:1 gegen Austria Wien frohlockt Kapfenberg-Trainer Werner Gregoritsch: "Es ist wunderschön, was da passiert. Es macht viel Spaß, mit dieser Mannschaft zu arbeiten." Ein Hauptgrund für die Darbietungen ist die Erledigung der Hausaufgaben durch Präsident Erwin Fuchs und Manager Herbert Wieger. Die Neuzugänge Mavric, Elsneg, Kröpfl oder Kocin haben das Team weitergebracht und sich schnell integriert. Dazu entwickeln sich junge Spieler wie Deni Alar, der gegen die Austria zum dritten Mal traf, prächtig. Da ist das angebliche Interesse von Rapid an dem Stürmer mehr Ehre als Belastung.
Bei Aufsteiger Innsbruck standen fünf der sieben Neuzugänge gegen den LASK in der Start-Elf, die zwei anderen wurden eingetauscht. Der Zusammenhalt der Truppe ist perfekt und das 4:0 gegen Rapid zum Auftakt hat die letzten Zweifel weggewischt. Und dann haben die Innsbrucker noch etwas, das Kapfenberg noch fehlt: 12.000 Fans im Schnitt sahen die drei Heimspiele.
Rund 5000 Fans sind Stammgäste in Ried. In den vier bisherigen Heimspielen gegen Kapfenberg haben sie ausnahmslos Siege bejubelt. Kapfenberg will diese Serie aber beenden.


















