GAK-Trainingszentrum: SPÖ geht auf Distanz
Erneut hitzige Polit-Debatten rund ums GAK-Trainingszentrum. Nagl weist Vorwürfe zurück, er würde Investoren retten.

Foto © Hoffmann
Die Geschichte wiederholt sich. Schon im Sommer 2008 tobte rund um das GAK-Trainingszentrum eine politische Schlacht. Die erlebt das Rathaus auch bei der aktuellen Diskussion um die geplante Übernahme durch die Stadt um 1,6 Millionen Euro. ÖVP-Bürgermeister Siegfried Nagl betont, dass es nicht darum gehe, Investoren zu retten. Er will dort ein Sportzentrum Nord etablieren, in dem auch andere Vereine eine Heimat finden können.
Die SPÖ, bisher eher Befürworter, geht auf Distanz. Klubchef Karl-Heinz Herper: "Meine Skepsis wächst. Wir müssen uns das komplizierte Konstrukt genau anschauen." BZÖ-Chef Gerald Grosz droht den Stadtverantwortlichen sogar mit einer Anzeige: "Die Stadt würde etwas kaufen, was ihr ohnehin gehört."
Zum Hintergrund: 2008 übernahmen Investoren das Trainingszentrum, im Gegenzug finanzierten sie den Zwangsausgleich des GAK. Die Frage damals: Soll die Stadt das Trainingszentrum Privaten überlassen, in dem rund 2,7 Millionen Euro städtische Förderungen und 2,2 Millionen Euro vom Land stecken? Durch den Konkurs wäre die Anlage an die Stadt zurückgefallen. Schwarz-Grün sagte "Ja", die SPÖ tobte - und die Investoren zahlten 3,3 Millionen Euro.
Ziele nicht erreicht
"850.000 Euro haben wir für das Superädifikat gezahlt, nicht eine Million, wie im Gemeinderatsstück steht. Mit dem Rest haben wir dem GAK die Nutzungsrechte abgekauft", sagt Ralph Schilcher heute. Er ist Sprecher und Mitglied der Investorengruppe, der unter anderen Ex-GAK-Präsident Rudi Roth und Sanatoriumsbetreiber Günter Nebel angehören.
Ihre wirtschaftlichen Ziele haben die Investoren nie erreicht. Schilcher: "Der Vertrag mit der Stadt wurde immer zu unseren Ungunsten geändert." Mietschulden des GAK gaben ihnen den Rest. Vorige Woche wurde bekannt, dass die Bank das Superädifikat zwangsversteigern will - der Auftakt zum Parteienstreit.
Der grüne Mandatar Gerhard Wohlfahrt erinnert: "Im Konkursfall fiele das Trainingszentrum wieder an die Stadt zurück - ohne Kosten." ÖVP und FPÖ wollen aber schon die Zwangsversteigerung verhindern und die Investoren um 1,6 Millionen Euro auskaufen. Der Preis, der Superädifikat sowie Nutzungsrechte umfasst, basiert auf einem Gutachten, das die Stadt in Auftrag gegeben hat. Schilcher betont: "Selbst nach diesem Deal bleibt das für uns ein Verlustgeschäft."





















