Spielabbruch: Hartberg bleibt oben, der GAK unten
Chaos in Hartberg: Einige GAK-Anhänger stürmten beim Stand von 0:3 den Platz und provozierten einen Abbruch - mit Folgen.
Quelle © kleine.tv GAK-Platzsturm in Hartberg
Es ist traurig, aber leider wahr. Wie im Vorfeld des Relegations-Rückspiels zwischen Hartberg und dem GAK befürchtet, kam es zum Eklat. Als Hartbergs Rossmann in der 76. Minute zum 3:0 für die Gastgeber traf und damit nach dem torlosen Remis im Hinspiel die Träume der Grazer vom Aufstieg in die Erste Liga endgültig platzen ließ, stürmten rund 60 enttäuschte "Anhänger" der "Rotjacken" den Platz und besiegelten damit das Schicksal des eigenen Vereins.
Zwar konnte die aufgebrachte Menge von dem 250 Mann starken Aufgebot der Polizei schnell unter Kontrolle gebracht werden, doch war an eine Fortsetzung der Partie zu diesem Zeitpunkt nicht mehr zu denken. Und so kam es, wie es kommen musste: Nach längeren Beratungen brach Schiedsrichter Markus Hameter das Match um exakt 21.04 Uhr endgültig ab.
Pfefferspray & Schlagstöcke
Für die GAK-"Fans" war dies kein Grund, die Randale zu beenden. Böller krachten und Teile der Tribüne, wo die rund 1000 Grazer Anhänger untergebracht waren, wurden demoliert. Einige "Fans" versuchten sogar, zur Tribüne der Hartberger Zuschauer zu kommen, wurden aber von der Polizei abgefangen. Zu diesem Zeitpunkt waren die Hartberger Fans schon vom Stadionsprecher angehalten, das Stadion aus Rücksicht auf die eigene Sicherheit noch nicht zu verlassen. Die Exekutive musste Pfefferspray und Schlagstöcke einsetzen. Es gab Verletzte und Festnahmen, genaue Zahlen wurden von der Polizei allerdings nicht genannt.
Erst gegen 21.40 Uhr begann sich die Situation zumindest im Stadion zu entspannen. Und der Sport bekam - soweit dies an diesem Abend überhaupt noch möglich war - nochmals Oberhand. Hartberg-Trainer Walter Hörmann erhielt eine obligate Bierdusche, die Spieler feierten und gaben eifrig Interviews. Wohl in dem Wissen, dass ihnen der Verbleib in der Ersten Liga nicht mehr zu nehmen ist.
Strafverifizierung
Doch wie geht es nun genau weiter? "Der Bericht des Schiedsrichters geht an den ÖFB, der als Ausrichter der Relegation gilt, weiter. Da dieser aber keinen eigenen Strafausschuss hat, wird das Ganze entweder an die Bundesliga oder den Strafausschuss des Steirischen Fußballverbandes (STFV) weitergeleitet", erklärt Peter Truzla, der offizielle Spielbeobachter. Es ist aber davon auszugehen, dass die Partie am Montag auf dem "Grünen Tisch" mit 3:0 für die Hartberger strafverifiziert wird. Zudem wartet auf den GAK wohl eine saftige Strafe. Laut Statuten des STFV ist dafür ein Strafmaß zwischen 100 und 10.000 Euro vorgesehen. Für die Grazer, die sich auf ein sechstes Jahr in der Regionalliga einstellen müssen, eine zusätzliche bittere Pille.
Friedlicher Beginn
Dabei hatte der Fußball-Nachmittag friedlich begonnen. So herrschte eineinhalb Stunden vor dem Anpfiff abgesehen vom Aufmarsch der Polizei noch idyllische Ruhe. Aber es war die Ruhe vor dem Sturm: Wie die Heuschrecken fiel der GAK-Anhang inklusive Schlachtgesang ("Hurra, hurra - die Grazer, die sind da") über die beschauliche 8000-Seelen-Stadt herein. Neben den elf Fan-Bussen reisten viele "Rote" mit Privatfahrzeugen an, andere hatte sogar schon tags zuvor im nahen St. Johann campiert. Beim Stadion-Eingang war mit der munteren Wanderung aber erst einmal Schluss. Jeder Einzelne wurde penibelst gefilzt.
Vor dem Anpfiff hatten die Fans auch noch ein Transparent aufgehängt: "Es ist Zeit, Geschichte zu schreiben. Für uns, für euch, für Graz" war da zu lesen. Geschichte wurde dann auch geschrieben - aber eine traurige.
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Fakten zum Spiel
TSV Hartberg - GAK beim Stand von 3:0 (1:0) abgebrochen.
Stadion Hartberg, 3.600 (ausverkauft), SR Hameter.
Hinspiel:
0:0 - Hartberg spielt in der Saison 2012/13 weiterhin in der Erste Liga.
Tore:
1:0 (19.) Tauschmann 2:0 (60.) Miljatovic 3:0 (76.) Rossmann
Hartberg:
Rindler - Tauschmann, Kozissnik, Miljatovic, Strobl -Ismaili, Rossmann, Huber, Rakowitz (75. Schober) - Adilovic (67.Gremsl), Mössner
GAK:
Pösendorfer - Berger (74. Fink), Deutschmann, Kammerhofer,Schilling - Durlacher (59. Fuchshofer), Hofer, Leitgeb (65. Oved),Murg - Rauter, Brauneis
Gelbe Karten:
Keine bzw. Durlacher
Anm.: In 77. Minute nach einem Platzsturm der GAK-Fans abgebrochen.
























