Die Relegation vor Augen, die Liga im Nacken
Der GAK geht als Favorit in die Regionalliga-Rückrunde. Präsident Benedikt Bittmann verrät, warum die Grazer heuer den Aufstieg schaffen - und warum die Welt (dieses Mal) nicht untergeht, wenn es wieder nicht klappt. Von Sebastian Krause.

Foto © GEPAJubel in Rot: Dieses Mal auch nach der Saison?
Zehn Punkte Vorsprung. Ungeschlagen, gerade einmal sechs Gegentore in der gesamten Hinrunde. Was soll da noch schiefgehen? Doch auf dem Vorsprung ausruhen darf sich der GAK nicht, wenn es nach Präsident Benedikt Bittmann geht. "Gegen uns ist es für alle das Spiel des Jahres, jeder will den GAK schlagen". Es werden 15 schwere Runden, was Bittmann aber fast erfreut: "Eine ideale Vorbereitung für die Relegation". Vor allem Pasching, die LASK Juniors und natürlich die generalüberholte Austria Klagenfurt schätzt Bittmann sehr stark ein.
Auch die Grazer rüsteten im Winter auf, Mario Leitgeb und der israelische Ballkünstler Reuven Oved verstärken das Mittelfeld, der Offensiv-Allrounder Alexander Fuchshofer kam von Allerheiligen retour und Rapid-Talent Christoph Heritsch wechselte in die rote Talentschmiede. Gesprochen wurde auch mit Samir Muratovic, der jedoch erst im Sommer wechseln wollte und durch die Verpflichtung von Oved kein Thema mehr ist. In der Vorbereitung lief alles nach Plan, reihenweise wurden höherklassige Gegner geschlagen. Doch die rote Fanseele tut sich manchmal schwer, den positiven Nachrichten Glauben zu schenken. Zu oft scheiterte der GAK im Aufstiegsrennen, zu oft kam es dafür zum wirtschaftlichen Abstieg.
Plan B
Benedikt Bittmann beruhigt: "Es gibt auch einen Plan B, sollte der Aufstieg nicht klappen". Für die Erste Liga werde man eine "vorsichtige Budgeterhöhung" einreichen, mögliche Sponsoren gebe es bereits. Doch auch für die Regionalliga wird geplant: "Wir fahren in der Vorbereitung auf die nächste Saison zweigleisig mit zwei Budgetmodellen", so der GAK-Präsident. Das betrifft auch die Spielerverträge: "Viele haben ohnehin Verträge für beide Ligen", mit anderen werde derzeit verhandelt. Klar ist aber, sollte der GAK noch einmal kurz vor dem Ziel scheitern, werden wohl manche Spieler den Aufstieg per Vereinswechsel versuchen.
Wenn es um die Relegation selbst geht, ist Bittmann jeder Gegner recht: "Ich nehme alle, die kommen wollen", scherzt er. Weniger freundlich waren seine Aussagen zuletzt gegenüber Sturm-Präsident Christian Jauk, der mit seinen Stadion-Plänen zuletzt für Aufsehen gesorgt hat. Die Stadt Graz, so ist Bittmann überzeugt, habe Interesse an einem Stadion für beide Klubs. Der GAK stünde den Plänen des größten Grazer Klubs ohnehin nicht zwingend negativ gegenüber: "Auch wir haben Interesse an Veränderungen der Infrastruktur", so Bittmann. Mit Jauk habe es aber bislang kein Gespräch über dieses Thema gegeben.
Für das Spiel gegen Vorwärts Steys am Sonntag (15.30 Uhr, UPC-Arena) gibt es dann noch negative Nachrichten aus dem roten Lager: Abwehr-Bollwerk Stefan Kammerhofer fällt wegen einer Oberschenkelzerrung aus, dürfte aber bereits nächste Woche gegen die Sturm-Amateure wieder auflaufen. Auch Mario Leitgeb ist noch nicht hundertprozentig fit und dürfte noch geschont werden.
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Bild vergrößernPräsident Bittmann, Neuzugänge Oved (l.), Fuchshofer: "Es gibt auch einen Plan B"Foto © GEPA















