GAK-Krimi mit "Tatort" Weinland
Ankläger zieht offene Rechnungen bei Tscheppe & Polz heran. Wein im Wert von rund 1250 Euro beziehungsweise 4030 Euro fließen in den Betrugsverdacht ein. Gutachter meldete mögliche Befangenheit "sofort".

Foto © WeichselbraunGerichtsgutachter Fritz Kleiner
GRAZ. Essig und Wein im Fall GAK. Sauer wie Essig schmeckt Gerichtsgutachter Fritz Kleiner, dass es so aussah, als ob ihm der Fall letzte Woche entrissen wurde. Dabei habe er seine Befangenheit im Vorjahr "sofort selbst mitgeteilt". Jedenfalls wird ein neuer Sachverständiger bestellt: Eine der vielen Fragen lautet, ob sich anhand offener Rechnungen bei den bekannten Winzern wie Polz und Tscheppe ein Betrugsvorwurf in Richtung GAK-Chefetage ableiten lässt?
Die "roten Teufel" betreut Kleiner nicht mehr: wegen der Freundschaft und ehemals geschäftlichen Verbundenheit zu einem Steuerberater, der als GAK-Rechnungsprüfer auf der Liste von Staatsanwalt Johannes Winklhofer landete. Das sollen aber nicht Oberlandesgericht beziehungsweise Verteidiger aufgedeckt haben: "Ich habe das der Staatsanwaltschaft schon im August 2011 mitgeteilt", betont Kleiner. Tatsächlich ist 2011 nicht er, sondern Sachverständiger Alfred Sorger beauftragt worden, die angeblich "wesentliche Rolle" des Steuerberaters in der Causa GAK zu prüfen.
Kleiner ist aus dem Rennen ("Habe ich zu akzeptieren") und die Suche nach Ersatz im Laufen. Ob es sich um Sorger oder jemanden anderen handelt, steht laut Staatsanwaltschaft noch nicht fest. Man geht davon aus, dass der neue Sachverständige auf Kleiners Arbeit (seit 2007) aufbauen kann und nicht bei null anfangen wird.
Demnach wäre der Klub schon im Sommer 2005 zahlungsunfähig gewesen. Dennoch hätten Rudi Roth und nachfolgende Präsidenten laut eines Zwischenberichts Winklhofers weitergemacht. Zu Schaden wären 2005 unter anderen Erich und Walter Polz sowie Eduard Tscheppe gekommen: Wein im Wert von rund 1250 Euro beziehungsweise 4030 Euro fließen in den Betrugsverdacht ein. Lieferantenschäden rund um den Zeitpunkt der (angeblichen) Zahlungsunfähigkeit, nennt es die Staatsanwaltschaft. "Nicht in meiner Präsidentschaft", lässt Roth kontern. Andere Betroffene dementieren ebenso.
Im Spiel sind ohnehin höhere Summen: 3,6 Millionen Euro an Abgabenhinterziehung, angebliche Schwarzzahlungen von mehr als 3,8 Millionen oder Rückstände des GAK von 4,5 Millionen - mit diesen Zahlen operieren derzeit Angriff und Verteidigung. Es gilt wie immer die Unschuldsvermutung.
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Fakten
"Ich habe meine Befangenheit schon im August 2011 der Staatsanwaltschaft mitgeteilt, als er erstmals als Beschuldigter geführt wurde."
Fritz Kleiner über den befreundeten Steuerberater















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