Die Marschrichtung ist klar: Bundesliga
Sportlich läuft's und auch finanziell sieht's beim GAK wieder gut aus. Der Regionalligaklub hat bei der Generalversammlung am Donnerstagabend eine ausgeglichene Bilanz präsentiert.

Foto © Sabine HoffmannGAK-Präsident Benedikt Bittmann
Der Grazer Fußballverein GAK hat bei seiner Generalversammlung am Donnerstagabend die Marschrichtung bekräftigt: Nach fünfjähriger Abstinenz will der Regionalliga-Mitte-Tabellenführer den Aufstieg in die Bundesliga mit ausgeglichener Bilanz wieder schaffen. Hinsichtlich der gerichtlichen Ermittlungen gegen ehemalige GAK-Führungsmitglieder zeigte man sich abwartend.
Gleich zur Begrüßung ließ der amtierende GAK-Präsident Benedikt Bittmann Zahlen sprechen: "Gemessen am Zuschauerschnitt ist der GAK der zweiterfolgreichste Sportklub in der Steiermark. Mit durchschnittlich 3.577 Zuschauer pro Spiel sind wir der acht-erfolgreichste Fußballverein Österreichs."
Die Vereinsstatuten wurden in Hinblick auf Transparenz des Vereins geändert: So wird zum Beispiel das Protokoll der Generalversammlung umgehend auf die Homepage gestellt und soll für jeden zugänglich sein. Weiters ist für Rechtsgeschäfte zwischen Vorstandsmitgliedern und dem Verein zukünftig nicht von einem, sondern von zwei Vorstandsmitgliedern die Zustimmung einzuholen.
"GAK ist bereits in der Gewinnzone"
Vizepräsident Raimund Pock legte das Betriebsergebnis für den Zeitraum Juli 2010 bis Juni 2011 vor. "Mit den Gesamteinnahmen von 1.468.590,41 Euro und den Ausgaben von 1.495.886,36 Euro hat der GAK ein leicht negatives Betriebsergebnis von 27.295,95 Euro eingefahren." Dieses Betriebsergebnis sollte laut Pock jedoch nicht für Unruhe sorgen, denn durch einen neuen Hauptsponsor und durch weitere Großsponsoren habe man das Defizit bereits wieder getilgt. "Der GAK befindet sich bereits in der Gewinnzone", so Bittmann zum von der Generalversammlung abgesegneten Bericht.
Das Ansuchen auf eine Lizenzierung für die Erste Liga wurde bereits an die Bundesliga geschickt, so Bittmann. Sportlich bereite man sich ebenfalls auf einen möglichen Wiederaufstieg in die Erste Liga vor. "Der GAK wird ein bis zwei neue Spieler holen, weil nach dem möglichen Meistertitel noch zwei Relegationsspiele geschafft werden müssen", so der sportliche Leiter Walter Koleznik.
Im Publikum drängte sich naturgemäß eine Frage auf: Ob der "GAK-Neu" etwas mit den Ermittlungen gegen ehemalige Klubpräsidenten zu tun habe? Laut Bittmann seien solche Medienberichte für einen Verein naturgemäß nicht ideal, "aber der Prozess tangiert den GAK 2011 nicht weiter." GAK-Rechtsberater Christian Hacker konkretisierte: "Derzeit ist der GAK in der Zuschauerrolle. Ob es sinnvoll ist gegen ein mögliches vereinsschädigendes Verhalten der Ex-Präsidenten zu prozessieren, hängt unter anderem von der Anklageschrift ab, die es aber noch nicht gibt."
Ältester Fußballverein der Steiermark
Der GAK wurde 1902 gegründet und ist der älteste Fußballverein der Steiermark. Sein größter Erfolg war der Meistertitel in der Saison 2003/04. 2007, 2008 und 2009 hingegen gelang dem Klub ein anderes Kunststück: sozusagen ein Konkurs-Hattrick. Alle Insolvenzen mündeten in einen Zwangsausgleich. Derzeit ist der GAK Tabellenführer in der 3. Liga, der Regionalliga-Mitte.
Insgesamt vier ehemalige GAK-Präsidenten sind in den vergangenen Jahren ins Visier der Ermittler geraten. In den Untersuchungen der Justiz geht es auch um Abgabenhinterziehung und Schwarzgeldzahlungen in den Jahren 2000 bis 2006 in einer Höhe von 4,5 Mio. Euro. Außerdem wird dem Vorwurf des Betruges nachgegangen. Erst Mitte November waren Ex-Präsident Peter Svetits und eine frühere Klubsekretärin wegen Verdunkelungsgefahr für kurze Zeit in U-Haft genommen worden.
















-Anzeigen







