Pinter und die Abrechnung mit dem FC Fasching
Nach nur einem Monat und dem 0:6 gegen "seinen" GAK wurde Adi Pinter als Pasching-Trainer gefeuert. Grund: Sein Auftritt mit nacktem Oberkörper und GAK-Schriftzug.

Foto © GEPADie "Aktion"
Herr Pinter, Sie haben einmal gesagt: Es gibt zwei Prozent Genies und 98 Prozent Naturdeppen. Nach dem Striptease im Stadion und dem Rauswurf bei Pasching zählen jetzt wohl auch Sie eher zu den 98 Prozent.
ADI PINTER: Moment, Moment. Das mit dem Rauswurf will und kann ich so nicht stehen lassen. Es war unabhängig von dem Spiel gegen den GAK geplant, dass ich mich mit Pasching-Präsident Helmut Nussbauer zusammensetze und die Zukunft bespreche.
Das ist jetzt hinfällig, der Präsident ist Ihnen zuvor gekommen.
PINTER: Ich wäre wahrscheinlich sowieso zurückgetreten. Ich habe gesagt, dass ich sechs neue Spieler brauche, die der Verein aber nicht zahlen kann. So kann man nicht arbeiten. Wir haben ein Budget von 200.000 Euro, was soll man damit anfangen? Man sollte den FC Pasching in FC Fasching umtaufen. Der Klub ist extrem provinziell und hat nur fünft- bis sechstklassige Spieler.
Der Rauswurf ist doch passiert, weil Sie sich mit nacktem Oberkörper und dem GAK-Logo auf dem Rücken von den steirischen Fans feiern haben lassen.
PINTER: Das war doch mit dem Geschäftsführer von Pasching abgesprochen. Der Büroleiter hat mir das Logo raufgemalt, Pasching hat sogar den Druck für ein Leiberl mit dem GAK-Logo gezahlt. Dass jetzt so ein Drama daraus gemacht wird, versteh' ich nicht.
Der FC Pasching wirft Ihnen Verrat am eigenen Verein vor.
PINTER: Es hätte ja jemand ein Veto gegen die Aktion einlegen können. Ist aber nicht geschehen. Dass sie (Anm.: Präsident Helmut Nussbaumer und Geschäftsführer Harald Hartl) jetzt rebellisch geworden sind - mein Gott. Ich habe die Geschichte für den GAK gemacht und ein paar hundert Zuschauer sind nur wegen mir ins Stadion gekommen. Nussbaumer und Hartl sind halt zwei zartbesaitete Buberl. Aber geweint hat keiner von ihnen.
Keine Spur von Reue?
PINTER: Nein, warum auch? Ich bin mit meinem Heimatverein GAK für immer und ewig verheiratet. Genau so, wie sich Hans Krankl die grüne Farbe auch nicht abwaschen kann. Aber warum, bitte, soll heutzutage jemand bei Pasching zuschauen? Wenn man ein bisserl ein Theater macht, kommen doch gleich mehr. Von Pasching waren zwei Zuschauer in Graz - der Geschäftsführer und der Präsident. Es gibt keinen einzigen vernünftigen Grund, ein Spiel von Pasching anzusehen.
Ist das Kapitel "Fußball und Pinter" jetzt abgeschlossen?
PINTER: Nein. Aber wer Pinter holt, muss wissen, dass auch Pinter drin ist.
Vereinspräsident Helmut Nussbaumer entließ den ehemaligen GAK-Trainer unmittelbar nach der 0:6-Blamage der Paschinger auswärts gegen den GAK. Grund war allerdings nicht das Debakel, sondern eine Aktion Pinters vor der Partie.
Der 63-Jährige hatte eine Viertelstunde vor Anpfiff, während des Aufwärmens seiner eigenen Mannschaft, unmittelbar vor der GAK-Fankurve seinen Oberkörper entblößt und die Fans mit einem GAK-Schriftzug auf dem Rücken begeistert.
"Das Projekt FC Pasching und Adi Pinter kann für beendet erklärt werden. Es macht keinen Sinn mehr. Wir spielen um den Abstieg und da sollte der eigene Verein im Vordergrund stehen und nicht der GAK. So etwas geht einfach nicht", wurde Nussbaumer auf www.regionalliga.at zitiert.
Während die weiterhin ungeschlagenen Steirer weiter die Tabelle der Regionalliga Mitte klar anführen, sind die Paschinger als Vorletzter in akuter Abstiegsgefahr.

















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