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Zuletzt aktualisiert: 25.06.2010 um 05:55 UhrKommentare

GAK laut Gutachter seit Mitte 2005 pleite

Der Sachverständige Fritz Kleiner erhärtet mit seiner Analyse den Verdacht gegen die Ex-Präsidenten. Obwohl der Verein längst zahlungsunfähig war, wurden weiterhin Schulden angehäuft.

Es droht endgültig Konkurs

Foto © GEPA Es droht endgültig Konkurs

Das Erreichen des UEFA Cup 16tel Finale in der Saison 2004/2005 war der größte internationale Erfolg des GAK in der Vereinsgeschichte: Einnahmen von rund 12 Millionen Euro wurde nie zuvor und nie danach erreicht. Dennoch wurde auch in diesem Jahr mehr ausgegeben als eingenommen, obwohl das Finanzamt Graz noch im Juli 2005 fällige Lohnabgaben in Höhe von 3,8 Millionen Euro nachließ. Was laut Gutachter übrigens immer dann erfolgt, wenn zuvor alle Möglichkeiten der Einbringung erfolglos versucht wurden.

Fördergelder

In den Jahren 2000/2001 bis 2006/2007 flossen nahezu 13 Millionen Euro von Land Steiermark, Stadt Graz und Bundesfinanzverwaltung (eine Gutschrift von 3,8 Millionen Euro) an die GAK-Gruppe. Die Insolvenz konnte nicht verhindert werden.

Der Abwärtstrend setzte sich fort. Das negative Vereinskapital wurde mit "Stillen Reserven" unterlegt, die kaum noch argumentierbar waren. Ab Ende 2004 war die GAK Fußball AG mit 580.000 Euro überschuldet. Die "Stillen Reserven" in Zusammenhang mit dem Trainingszentrum werden von Kleiner als nicht werthaltig zerlegt. Jene für das Vermögen in Form der Stadion Betriebs-GmbH ebenfalls. Der Cash Flow des Vereins sei ab dem Spieljahr 2003/2004 negativ und drücke die Unfähigkeit des Vereins aus, sich aus dem laufenden Betrieb zu finanzieren. Die Kredite konnten nicht zurückbezahlt werden.

Den Zeitpunkt, ab dem der Verein endgültig zahlungsunfähig war und dies auch für die Verantwortlichen erkennbar gewesen sein musste, war für den Sachverständigen der 30. Juni 2005 - in der Stadion Betriebs-GmbH bereits Ende 2004. An den übermäßigen Ausgaben habe sich jedoch nichts geändert, nach dem 30. Juni 2005 seien noch weitere Verbindlichkeiten in Höhe von 10,2 Millionen Euro entstanden.

Abgabenhinterziehung

Kleiner stellt Einnahmenkürzungen, also schwarze Einnahmen aus dem Ticketverkauf, in Höhe von 1,3 Millionen Euro fest. Aus Vernehmungsprotokollen gehe hervor, dass alle Spieler auch schwarze Lohnbestandteile erhalten hätten. Vermögen und Ertragslage des Vereins seien auch gegenüber der Bundesliga immer schon unrichtig dargestellt worden, stellt der Gutachter fest, denn eine Verbindlichkeit an Ex-Manager Peter Svetits in Höhe von 660.000 Euro sei nie ausgewiesen worden.

Ungelöste Fragen ranken sich für Kleiner rund um den Geldfluss von und zu Ex-Präsident Rudi Roth. Am 8. Juni 2005 habe eine Firma Torafin Trading, ansässig auf den Virgin Islands, 600.000 Euro an den Verein GAK überwiesen. Diese Adresse sei gerichtsbekannt, merkt Kleiner kryptisch an. Als Überweisungsgrund sei ein Sponsorvertrag angegeben. In der Sponsorliste kommt die Firma jedoch nie vor. Der Verein habe im Gegenzug "Verbindlichkeiten" gegenüber Roth getilgt, deren Entstehen Kleiner nicht erklärlich ist.

Eine Vielzahl komplexer Geldflüsse wird geschildert, die Kleiner letztlich zum Schluss bringt, dass Roth gegenüber dem Verein GAK heute noch einen Forderungsanspruch in Höhe von 727.000 Euro hat, weil 2008 der Prozess gegen die Sportwetten GmbH gewonnen wurde und Roth zuvor um diese Summe seine Forderungen reduziert hatte.

Zahlungsflüsse

Am 24. Juni 2005 trat Roth als Präsident zurück, Harald Sükar übernahm. Er übergab am 14. Juli 2006 an Stephan Sticher. Zu Sticher und Sükar hält Kleiner fest, etwaige Malversationen seien nicht feststellbar. Sticher hat 1,8 Millionen Euro in den Verein eingezahlt. Die Konkursverschleppung trifft aber auch sie.

CLAUDIA GIGLER

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Rudi Roth: Präsident bis Juni 2005 Foto © GEPA

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Harald Sükar: bis Juli 2006 Foto © GEPA

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Stephan Sticher: bis Juli 2007 Foto © GEPA

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