"Ein bisschen Masochist muss man schon sein"
Der GAK geht wohl wieder in Konkurs. Für die Fans ist diese Situation nichts Neues. Man trägt den drohenden Untergang mit Fassung, Nostalgie und ein wenig Galgenhumor. Ein Lokalaugenschein an den Stammtischen der GAK-Zentrale in Graz-Andritz.

Foto © GEPAGAK-Fahne auf Halbmast
Wut ist anders. Die GAK-Fans tragen den bevorstehenden Konkurs "ihres" Vereins mit der Erfahrung der letzten Jahre. "Wir haben noch immer Zeit, jetzt müssen wir einmal mehr zusammenhalten und kämpfen", heißt es an den Tischen im GAK-Trainingszentrum in Graz-Andritz.
Man trinkt Kaffee und das ein oder andere Bier, um den Schock zu verkraften, wenngleich so mancher bereits mit dem Ergebnis des heutigen Tages gerechnet hat. Aufgezwungene Zuversicht bleibt an den Tischen als Resümee des dritten "Tag X". Was bleibt den GAK-Fans auch anderes?
Treue kennt keine Liga
Schnell schwelgt man ob der ungewissen Zukunft in der Vergangenheit. Ausverkaufte Stadien, der Aufstieg, Meistertitel und die internationalen Erfolge. Der Zwangsabstieg, die Konkurse - das alles wird heute ausgeklammert. Freilich, jeder hier ist Trainer und Manager zugleich. Wie man es besser machen könnte, jeder hat so seine Idee. Nur eine einheitliche Linie fehlt. "Die Spaltung des Vereins zieht sich durch den Vorstand bis in den 22er-Sektor der UPC-Arena", gibt ein langjähriger Anhänger zu Protokoll. Doch egal, ob man jetzt für oder gegen den Kurs von Präsident Anton Kürschner ist, die Totengräber des Vereins seien andere. Die Altlasten der Vergangenheit lassen den Verein nicht mehr los, doch fast jeder ist sich sicher, "dass der jetzige Präsident bis zum Umfallen gekämpft hat." Manchmal auch gegen seine eigenen Fehler: Am einem Stammtisch ist man der Ansicht, den Aufstieg zu sehr erzwingen zu wollen, wie seinerzeit den Meistertitel. "Lieber noch ein paar Jahre Regionalliga und dafür ein solides Budget ohne der Träumerei des jetzigen Präsidenten."
Mittendrin sitzt auch Trainer Gregor Pötscher. Ruhig und gefasst versucht er, die Gedanken beim Sport zu belassen. Die Fans erzählen sich indes, dass die Stimmung schon beim gestrigen Training nicht die beste war: "Abschlusstraining", soll Kapitän Zikica Vuksanovic mit Galgenhumor gesagt haben. Vom einem Abschluss, gar einem Abschied will im Trainingszentrum jedoch niemand was hören. "Vielleicht ist eine Neugründung ja wirklich das beste", so ein Anhänger, der bereits seit 1957 zum GAK pilgert. Ob er denn auch in der ersten Klasse noch zu Spielen gehe? "Natürlich, Hauptsache, wir spielen noch irgendwo." Ein anderer: "Ein bisschen Masochist ist man als GAK-Fan ja sowieso." Und dann fällt der Satz, der heute an ausnahmslos jedem Tisch immer wieder zu hören ist: "Einmal rot, immer rot."
















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