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Zuletzt aktualisiert: 28.06.2012 um 21:15 UhrKommentare

Schland und Gregerl

Werner Gregoritsch

Foto © GEPAWerner Gregoritsch

Sie müssen über Nacht gekommen sein. Hatte man Deutschland-Fans am Mittwoch in Warschau noch mit der Lupe suchen müssen, ist die Stadt am Nachmittag des Halbfinales gegen Italien voll von ihnen. 25.000 sollen es sein, und diese Schätzung scheint alles andere als übertrieben. Sie haben alle Schanigärten der Stadt in Beschlag genommen.

Egal, ob an der künstlichen Palme am Charles-de-Gaulles-Kreisverkehr, im benachbarten Kneipenviertel rund um die Nowy Swiat oder in der Altstadt - überall schwarz-weiße oder grüne Trikots. Auch in der Fanzone am Kulturpalast, wo sie anstatt Fußball Woody Allens "Midnight in Paris" auf den riesigen Leinwänden spielen. Das Azurblau der Italiener bleibt die Ausnahme. Für fünf Minuten nehmen sie aber den Turm neben dem Schloss in Beschlag und schwenken eine riesige italienische Flagge.

Die Atmosphäre ist trotz des Fan-Auflaufs sehr entspannt. Keine Spur von Ausschreitungen, wie sie Warschau anlässlich des Vorrundenspiels zwischen Polen und Russland schon erlebt hatte. Die einzigen Schläge, die ausgeteilt werden, kommen von einem Straßenmusikanten, der den vielen Plastikkübeln und Töpfen vor sich einen erstaunlichen Freejazz-Rhythmus entlockt und so die Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Ein paar Ecken weiter wartet der Busfahrer geduldig, bis die "Schland"-Fans ihre "Arrividerci Italia"-Gesänge beendet und sich wieder auf den Gehsteig zurückgezogen haben. An der Haltestelle gegenüber mustern die Warschauer Omas amüsiert die schwarz-rot-goldene Partyfraktion. Vereinzelt sind zwar ungemütliche Zeitgenossen zu sehen: Ein paar steroidabhängige Hooligans von Union Berlin und ein rechter Narr, der wohl nicht zufällig die Rückennummer "88" trägt.

In Summe machen die Fans des deutschen Teams aber wie schon bei ihren Auftritten in der Ukraine und Danzig ein sehr freundliches Bild. Und auch die Alkoholleichen halten sich zumindest am Nachmittag noch in überschaubaren Grenzen.

Auf der Warschauer Poniatowski-Brücke vor dem Nationalstadion treffe ich dann plötzlich Ex-Kapfenberg-Trainer und U21-Teamchef Werner Gregoritsch. Er kommt direkt aus Donezk und wir plaudern über die Neutralisierungsschlacht auf hohem Langeweile-Niveau zwischen Spaniern und Portugiesen.

Er sei aber überrascht, wie schön sich die polnische Hauptstadt herausgeputzt habe, meint "Gregerl". Ein Eindruck, mit dem er wohl ziemlich sicher nicht allein ist. Aber immerhin gibt es ja das letzte Fußball-Fest dieser EM auf polnischem Boden. Das Finale wird ja in Kiew in der Ukraine ausgetragen.

REINHARD KRENNHUBER

Zum Autor

Reinhard Krennhuber ist Gründer des Fußballmagazins "ballesterer"

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Alle Europameister

2012: Spanien
2008: Spanien
2004: Griechenland
2000: Frankreich
1996: Deutschland
1992: Dänemark
1988: Niederlande
1984: Frankreich
1980: Deutschland
1976: Tschechoslowakei
1972: Deutschland
1968: Italien
1964: Spanien
1960: UdSSR

 

Ewige Bilanz

Deutschland: 3 Titel
(1972, 1980, 1996)
Spanien: 3 (1964, 2008, 2012)
Frankreich: 2 (1984, 2000)
Griechenland: 1 (2004)
Dänemark: 1 (1992)
Niederlande: 1 (1988)
Tschechoslowakei 1 (1976)
Italien: 1 (1968)
UdSSR: 1 (1960)

 

Torschützenkönige

2012 - 3 Tore:
Fernando Torres (ESP)
2008 - 4 Tore:
David Villa (ESP)
2004 - 5 Tore:
Milan Baros (CZE)
2000 - 5 Tore:
Patrick Kluivert (NED)
Savo Milosevic (JUG)
1996 - 5 Tore:
Alan Shearer (ENG)
1992 - 3 Tore:
Vier Spieler
1988 - 5 Tore:
Marco van Basten (NED)
1984 - 9 Tore:
Michel Platini (FRA)
1980 - 3 Tore:
Klaus Allofs (GER)
1976 - 4 Tore:
Dieter Müller (GER)
1972 - 4 Tore:
Gerd Müller (GER)
1968 - 2 Tore:
Dragan Dzajic (YUG)
1964 - 2 Tore:
Jesus Pereda (ESP)
Dezsö Novak (HUN)
1960 - 2 Tore:
Fünf Spieler

 

Rekordspieler

16 Spiele:
Edwin van der Sar (NED)
Lilian Thuram (FRA)
14 Spiele:
Nuno Gomes (POR)
Zinedine Zidane (FRA)
Luis Figo (POR)
Karel Poborsky (CZE)
13 Spiele:
Alessandro Del Piero (ITA)
Peter Schmeichel (DEN)
Thomas Häßler (GER)
Jürgen Klinsmann (GER)
Laurent Blanc (FRA)
Didier Deschamps (FRA)
Paolo Maldini (ITA)
Dennis Bergkamp (NED)
Phillip Cocu (NED)

 

Rekordtorjäger

9 Tore:
Michel Platini (FRA)
7 Tore:
Alan Shearer (ENG)
6 Tore:
Ruud van Nistelrooy (NED)
Patrick Kluivert (NED)
Thierry Henry (FRA)
Nuno Gomes (POR)
5 Tore:
Savo Milosevic (YUG)
Milan Baros (CZE)
Marco van Basten (NED)
Jürgen Klinsmann (GER)
Zinedine Zidane (FRA)
4 Tore:
Elf Spieler

 

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