Fußball-EM: Es wird wieder öffentlich Fußball geschaut
Die EURO 2012 rückt näher und damit auch das öffentliche Fußballschauen. An spektakulären Public Viewings besteht landesweit kein Mangel. Auch in Graz und Klagenfurt kann man der Lust am runden Leder öffentlich frönen.

Foto © Kleine Zeitung/Erwin ScheriauPublic Viewings - beliebtes Mitfiebern mit hoher Geräuschkulisse
In der Steiermark wird wie schon 2010 zur WM in Südafrika die Kleine Zeitung auf dem Dach der Pfauengartengarage in der Grazer Innenstadt ein Public Viewing für die Spiele der Fußball-EM in Polen und der Ukraine veranstalten. 3.500 bis 4.000 Besucher sollen dort Platz finden. Der Eintritt ist frei. Auf den VIP-Tribünen und im sogenannten EM-Garten, in dem es Sitzplätze sowie gratis Essen und Trinken gibt, finden um 39 Euro pro Spieltag etwa 700 Gäste Platz. Übertragen wird laut Organisator Rudi Hinterleitner jedes Spiel von 8. Juni bis 1. Juli. Das Areal wird eineinhalb Stunden vor Spielbeginn geöffnet. Direkt daneben am Karmeliterplatz soll es wieder Möglichkeiten für Beachsoccer und Boccia geben.
Neuer Platz und Faaker See
Wer in Kärnten während der EURO 2012 Public Viewing genießen will, muss in die Landeshauptstadt Klagenfurt auf den Neuen Platz zum Lindwurm oder an den Faaker See zur Erlebniswelt Arneitz kommen. Vor dem Klagenfurter Rathaus und in Faak werden alle EM-Partien auf großen Videowalls übertragen. In der Landeshauptstadt ist für 3.000 bis 5.000 Besucher Platz, in der Eventhalle am Faaker See gibt es rund 1.600 Sitzplätze. Am Neuen Platz wird das Public Viewing analog zur WM 2010 abgewickelt. Das bedeutet, dass es neben Fußballgenuss auch kulinarische Angebote geben wird. Aber auch in Faak wird niemand verdursten oder verhungern müssen, versicherte Organisatorin Petra Ramusch gegenüber der Austria Presse Agentur. Einen großen Vorteil hat der Standort am Faaker See gegenüber Klagenfurt: Auch bei Regen bleibt man am in der Halle am See im Trockenen.
In der Bundeshauptstadt Wien wird es - anders als zur Heim-EM 2008 - auf öffentlichen Plätzen kein Public Viewing geben. Zahlreiche Lokale werden jedoch dafür sorgen, dass die Matches trotzdem in Gesellschaft geschaut werden können: Das wohl größte Event steht in der Strandbar Herrmann auf dem Programm: Bis zu 2.000 Besucher können sich alle Spiele auf einer 23 Quadratmeter großen LED-Wand - fünf mehr als bei der WM 2010 - ansehen, teilte Betreiber Rudi Konar der Austria Presse Agentur mit. Der ORF wurde als Partner gewonnen. In einem sogenannten Scheiberlkistl kann man spanischen Tikitaka nachvollziehen - keine Angst, die Rettung steht parat.
Der Donaukanal ist generell ein gutes Pflaster in Sachen Public Viewing. So wird auch auf dem Badeschiff sowie in der am anderen Ufer beheimateten Adria Wien ein solches angeboten. Laut Jockel Weichert, dem Organisator der beiden Schau-Events, wird das Viewing am Adria-Strand das größere der beiden sein: Leinwände und LCD-TV-Screens werden dort montiert. Sie bleiben auch bei Regen nicht finster, denn im Glashaus der Adria, unter der Salztorbrücke sowie in einem weiteren überdachten Bereich gibt es Schlechtwetterplätze. Auch spezielle Events für ein spezielles Klientel sind dort geplant, nämlich "Piefke Public Viewings" bei den Spielen der deutschen Mannschaft. Sie finden in Kooperation mit der von Weichert gegründeten Piefke Connection Austria statt, ein Netzwerk für in Ösi-Land lebende Deutsche.
Organisiertes Viewing gibt es unter anderem auch im Wiener WUK - und in einer Sauna, wobei es sich dabei um die prominente Fortgehlocation Pratersauna handelt. Dort wird in Kooperation mit dem Fußballmagazin Ballesterer ein tägliches "Fußball-Screening" veranstaltet. Im WUK lädt der Radiosender FM4 zum EM-Quartier, inklusive DJs und, so wird versprochen, fachkundiger Moderation. Ein besonderes Schmankerl: Gruppen und Firmen können einen Waggon des Riesenrades mit jeweils zwei Flatscreens für drei Stunden und Dinner inklusive mieten. Zehn Personen passen hinein. Billig ist das Spektakel allerdings nicht: Unter 3.900 Euro geht nichts.
Public Viewing-Events wird es während der Europameisterschaft auch für Fußballfans in Niederösterreich geben. In der Landeshauptstadt St. Pölten werden von 8. Juni bis 1. Juli im Kulturbeisl Egon unterstützt vom Stadtmarketing täglich unter dem Motto "Gepriesen sei die Wuchtel" auf Leinwänden und Flatscreens alle Spiele live gezeigt. Auch in Baden, am Vorplatz vor dem Kurzentrum, wird es heiß hergehen: Täglich ab 19.30 Uhr ist die Arena mit Sitz- und Stehbereich sowie Gastronomie frei für alle zugänglich, Sitzplatzreservierung möglich. Das Wiener Neustädter Triebwerk öffnet seine Pforten für Fußballfreunde an insgesamt acht Tagen. Nach dem Eröffnungsspiel werden sämtliche Partien ab dem Viertelfinale bei freiem Eintritt live gezeigt - bei Schönwetter im Garten, sonst im Inneren des Lokals.
In Oberösterreich ist die zweitgrößte Stadt Wels wohl am meisten bemüht, das EM-Fieber mit Public Viewing anzuheizen. Dort findet das diesjährige "FilmfestiWels" unter dem Motto "Karibik und Kino" ab 29. Juni auf dem Minoritenplatz statt. Doch schon davor - ab dem 8. Juni - werden dort die Spiele auf einer 16 Quadratmeter großen LED-Leinwand übertragen. Eine karibische Genuss-Oase mit leichter Sommerküche und Cocktails steht auch bereits zur Verfügung. In Planung befindet sich obendrein ein "Riesen-Wuzzler-Turnier" zum Eröffnungswochenende, zu dem Hobby-Mannschaften antreten können. In Bad Wimsbach-Neydharting im Bezirk Wels-Land wird die Begegnung Spanien-Italien am 10. Juni anlässlich der Schuleröffnung im neuen Turnsaal live übertragen, das EM-Finale am 1. Juli wird im Hofmaninger Stadion der Gemeinde gezeigt.











