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Zuletzt aktualisiert: 10.06.2012 um 03:12 UhrKommentare

Deutschland: Ein Schritt zurück in Richtung Titel

Das deutsche Nationalteam schlägt Portugal - und weiß selbst nicht genau wieso. Fußball-Rationalisten freuen sich umso mehr: Denn Deutschland feiert rechtzeitig zum EM-Start sein Comeback. Ein Kommentar von Thomas Huber.

Mesut Özil & Co. gewannen, ohne zu glänzen

Foto © Graphic NewsMesut Özil & Co. gewannen, ohne zu glänzen

Sie können es doch noch, die Deutschen. Schlecht spielen, am Ende aber doch siegen. So wie es eben auch Mario Gomez meistens macht: Schlecht spielen, aber trotzdem kurz vor seiner Auswechslung treffen. Deutschland 1. Portugal 0. Dennoch ist Fußball-Deutschland enttäuscht. "So wird's nichts mit dem EM-Titel!", sind sich Fans und Experten a la Netzer schon kurz nach Schlusspfiff einig. Genau jene Fußball-Rationalisten, die sich noch vor ein paar Jahren über den "Deutschland-Dusel" und den Nimbus der erfolgreichen Turniermannschaft gefreut haben.

Seit der Heim-WM 2006 hat die deutsche Nationalelf international fleißig Sympathiewerte gesammelt. Pass für Pass. Tor für Tor. Junge Spieler, schnelles Kombinationsspiel, schöne Treffer – das reißt mit, das kommt an. Sogar beim meist belächelten kleinen Bruder: Österreich, den "Ösis", den "Schluchtenscheißern". Spätestens seit der WM 2010 scheint es auch in der Alpenrepublik nicht mehr verpönt zu sein, Özil- oder Müller-Trikots zu tragen. Ob Sieg oder Niederlage, Häme und Neid wichen Respekt und Anerkennung – so der Eindruck. Und nun? Macht Deutschlands Nationalteam sein "Schön spielen und trotzdem erfolgreich sein"-Image bei dieser EM gar wieder zunichte? Ein Rückfall in alte, unsympathische Zeiten?

Doppeltes Selbstvertrauen

Gegen Portugal – und auch schon in den Testspielen vor der EM – waren Deutschlands Kicker von begeisterndem Tempo-Fußball so weit weg wie Andi Ogris von einem Traineramt beim FC Barcelona. Gewonnen haben sie trotzdem. Die direkten Konkurrenten aus den Niederlanden dafür nicht. Das gibt doppeltes Selbstvertrauen. Selbstvertrauen, das zum Beispiel ein vom verlorenen "Finale dahoam" noch immer traumatisierter Bastian Schweinsteiger nur allzu gut brauchen kann. Genauso wie die Ruhe, die nun in Löws Team einkehren wird.

Dass Deutschland wieder Deutschland sein kann, macht das Team von Jogi Löw bei dieser EM noch gefährlicher. Auch die Ästhetik wird ihr Comeback feiern. Und dann wird es wieder heißen: Sie können es doch noch, die Deutschen.

THOMAS HUBER

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Am 8. Juni startet die Fußball-EM 2012 – in Polen, in der Ukraine und auch in Graz. Die Kleine Zeitung lädt nämlich wieder zum Public Viewing in den Pfauengarten.

Infos

Alle Informationen und Reservierungen per Mail unter fussball@kleinezeitung.at

Alle Europameister

2012: Spanien
2008: Spanien
2004: Griechenland
2000: Frankreich
1996: Deutschland
1992: Dänemark
1988: Niederlande
1984: Frankreich
1980: Deutschland
1976: Tschechoslowakei
1972: Deutschland
1968: Italien
1964: Spanien
1960: UdSSR

 

Ewige Bilanz

Deutschland: 3 Titel
(1972, 1980, 1996)
Spanien: 3 (1964, 2008, 2012)
Frankreich: 2 (1984, 2000)
Griechenland: 1 (2004)
Dänemark: 1 (1992)
Niederlande: 1 (1988)
Tschechoslowakei 1 (1976)
Italien: 1 (1968)
UdSSR: 1 (1960)

 

Torschützenkönige

2012 - 3 Tore:
Fernando Torres (ESP)
2008 - 4 Tore:
David Villa (ESP)
2004 - 5 Tore:
Milan Baros (CZE)
2000 - 5 Tore:
Patrick Kluivert (NED)
Savo Milosevic (JUG)
1996 - 5 Tore:
Alan Shearer (ENG)
1992 - 3 Tore:
Vier Spieler
1988 - 5 Tore:
Marco van Basten (NED)
1984 - 9 Tore:
Michel Platini (FRA)
1980 - 3 Tore:
Klaus Allofs (GER)
1976 - 4 Tore:
Dieter Müller (GER)
1972 - 4 Tore:
Gerd Müller (GER)
1968 - 2 Tore:
Dragan Dzajic (YUG)
1964 - 2 Tore:
Jesus Pereda (ESP)
Dezsö Novak (HUN)
1960 - 2 Tore:
Fünf Spieler

 

Rekordspieler

16 Spiele:
Edwin van der Sar (NED)
Lilian Thuram (FRA)
14 Spiele:
Nuno Gomes (POR)
Zinedine Zidane (FRA)
Luis Figo (POR)
Karel Poborsky (CZE)
13 Spiele:
Alessandro Del Piero (ITA)
Peter Schmeichel (DEN)
Thomas Häßler (GER)
Jürgen Klinsmann (GER)
Laurent Blanc (FRA)
Didier Deschamps (FRA)
Paolo Maldini (ITA)
Dennis Bergkamp (NED)
Phillip Cocu (NED)

 

Rekordtorjäger

9 Tore:
Michel Platini (FRA)
7 Tore:
Alan Shearer (ENG)
6 Tore:
Ruud van Nistelrooy (NED)
Patrick Kluivert (NED)
Thierry Henry (FRA)
Nuno Gomes (POR)
5 Tore:
Savo Milosevic (YUG)
Milan Baros (CZE)
Marco van Basten (NED)
Jürgen Klinsmann (GER)
Zinedine Zidane (FRA)
4 Tore:
Elf Spieler

 

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